Das Agrar-Konzept

Praktisch alle Elemente der biologisch- ökologischen Landwirtschaft können zur Bodenverbesserung und zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit eingesetzt werden.

biologisch =  mit natürlichem, organischem Material an Hand der Techniken des biologischen Land- und Gartenbaus. Verzicht auf Pestizide und chemische Dünger.
ökologisch =  unter Einbezug aller umweltbedingten Faktoren des Ökosystems: u.a. Boden, Wasser, Licht und Luft. Wir sind Teil des Ökosystems und für dieses auch mitverantwortlich.

Mit Erhöhung des Humusgehalts des Bodens durch Kompost und Mulch werden Schadstoffe, nebst den Nährstoffen im Boden, für  Pflanzen verfügbar gemacht. Das Rohmaterial, bzw. das organische Material für Kompost und Mulch müssten allerdings von ausserhalb des verstrahlten Gebiets IMPORTIERT werden.

Mit Gründüngung (Lupinen, Luzerne, Klee usw.) können neben der Fixierung von Stickstoff im Boden, die Schadstoffe herausgeholt werden. Diese akkumulieren sich sowohl im Pflanzmaterial, als auch in den Wurzeln. Das mehrfach geschnittene Pflanzmaterial der Gründüngung muss unbedingt zur Entsorgung EXORTIERT werden und kann NICHT wie üblich als Gründüngung im Boden eingearbeitet werden.

Die Gründüngung könnte sowohl als Nachfrucht bei bestehenden Kulturen, als auch bei Brachland eingesetzt werden.

Siehe in folgendem Link die passenden landwirtschaftlich- biologisch/ökologischen Techniken:

Agroforestery Projekt in Bangui, Zentralafrikanische Republik

Ziel dieser Massnahmen ist, über die Jahre die Schadstoffe aus den Böden herauszuholen und diese  mit frischem Humus anzureichern, um damit zusätzlich die Fruchtbarkeit der Böden zu erhalten und zu verbessern.

Siehe hierzu das Konzept bildlich dargestellt:

Konzept Bodenentgiftung Belarus
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Es gibt vor Ort in Weissrussland und der Ukraine schon einschlägige Versuche und Erfahrungen im Bereich der Entgiftung der Böden durch Pflanzen. So ist ein weiteres Ziel, sich mit diesen Fachleuten und Institutionen zu verlinken, um einen Erfahrungsaustausch aufzubauen.

Bei der Bewässerung ist besonders darauf zu achten, ob die Schadstoffe im Wasserkreislauf vorhanden sind. Trink- und Wässerwasser aus Grundwasser? Wenn Regenwasser nicht kontaminiert ist, kann dies in Tanks gesammelt und zur Bewässerung der Kulturen verwendet werden.

Gleich wie bei der Quecksilberproblematik im Oberwallis können zur Ernährung vorwiegend diejenigen Nahrungsmittelpflanzen angebaut werden, welche  weniger Schadstoffe aufnehmen (z.B. Tomaten, Zucchetti, Broccoli, Rosenkohl, Bohnen, Erbsen Beeren-, Kern- und Steinobst).

Die Pflanzen mit hohem Aufnahmepotenzial könnten in speziell hergerichteten Hochbeeten, welche mit „sauberem“ Material hergestellt werden, angepflanzt werden.

Pflanzen mit hohem Aufnahmepotenzial von Schadstoffen Pflanzen mit mittlerem Aufnahmepotenzial Pflanzen mit niedrigem Aufnahmepotenzial
Karotte (Schale)
Karotte (geschält)
Knollen sellerie
Lauchkressse
Endivie
Brunnenkresse
Feldsalat (Nüsslisalat)
Gartenkresse
Kopfsalat
Lollo rosso
Mangold (Krautstiel)
Spinat
Schnittsalat
Kartoffel
Kohlrabi
Rettich
Radieschen
Rote Rübe (Rande)
Blumenkohl
Chinakohl
Kohlarten (Grün- Braun, Wirsing, Savoyer, Blau- und Weisskohl)
Kürbis
Lollo bianco
Fenchel
Aubergine
Paprikafrüchte (Peperoni)
Tomate
Zucchini (Zucchetti)
Zuckermais (Speisemais)
Broccoli
Rosenkohl
Stangensellerie (Bleichsellerie)
Bohnen
Erbsen
Raps
Beerenobst allgemein
Kernobst allgemein
Steinobst allgemein

Adaptiert nach Handbuch „Gefährdungsabschätzung und Massnahmen bei schadstoffbelasteten Böden“ des Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL 2005) – z.T. auf Grund BMG Analysen.

Lehrplan und Umsetzung:
Vorgängig und parallel zur Praxis werden die „Experten“ (6 ausgewählte Schulkiner) im Unterricht mit der Theorie und den Zusammenhängen des biologisch- ökologischen Gartenbaus beigebracht.

In mehrtägigen praktischen Kursen werden den andern Kindern der gd-Schule die Techniken, wie Kompost, Mulching, Gründüngung usw. beigebracht. Bewässerung und Wasserhaushalt (Regenwasser). Anbaumethoden mit Mischkulturen, Fruchtfolge, (Starkzehrer, Schwachzehrer) und Brache.

So sind die Schulkinder der gd-Schule dann fit, den Gastkindern aus Weissrussland ihr Wissen beizubringen.

Einmal pro Woche könnte ein Team von ausgewählten/interessierten Schulkindern die Unterhaltsarbeiten, wie jäten, wässern usw. durchführen.

In Intervallen von mehreren Wochen kommen die Schulkinder zu eintägigen Kursen immer wieder zurück aufs Feld, um die Entwicklung ihrer Arbeit zu beobachten und den Lernstoff zu vertiefen.

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