Projektentwicklung in Zahlen

Bildlich kann man die Entwicklung des CFAE (Centre de Formation Agricole Elim – Landwirtschaftliches Ausbildungs- und Beratungszentrum) mit unserem Urbaum vergleichen.

Gepflanzt wurde er im Jahre 1989 am Rande unserer Versuchs- und Demofelder im Agroforestery Streifen in Alindao. Bei jedem Kurs oder bei Feldvisiten pilgerten wir zu diesem Baum und staunten über seine Entwicklung. Heute ist er 28-jährig.

Genauso entwickelten sich unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer weiter. Die Dorfanimateure und Diplomierten wurden in all den Jahren von Jean de Dieu Kolipou, unserem Projektleiter vor Ort besucht und betreut. Ziel war es, dass sie die CFAE-Techniken ihren Dorfmitgliedern weitergeben.

Wenn von Dorfanimateuren und Diplomierten die Rede ist, sind natürlich auch die Frauen gemeint. Sie sind die wichtigsten Stützen unseres Projektes, da sie auch grundsätzlich in der RCA für die Nahrungsmittelptoduktion besorgt sind. Wir haben etliche Gruppen mit Ehepaaren ausgebildet, mit dem Ziel an Hand eines integrierten Systems die afrikanische Grossfamilie anzusprechen. Dieses integrierte System werde ich zu einem späteren Zeitpunkt vorstellen.

Nun sind die Zahlen der Erhebung dieses Jahres reingekommen. Jean de Dieu konnte 96 von ihnen besuchen und aufschreiben, was sie aktuell von den CFAE-Techniken umsetzen. Leider war es ihm nicht möglich die Animateure in den „roten Zonen“ zu besuchen.

Bei dieser Erhebung stellte er zudem fest, wie alt unsere Dorfanimateure sind und wie viele ihrer Kinder heute unsere Techniken anwenden. Diese Kinder sind nun auch schon um die 30, so dass es einen weiteren Generationensprung braucht.

Hier sind die Links zu den Evaluationen:

Entwicklung der Dorfanimateure

Alter und Lebenserwartung

CFAE-Techniken im Vergleich

Clip: Mbeni La – Eines Tages

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Dieses Video existiert nicht

(Liedtext)

Eines Tages werde ich im Herzen Afrikas herumgehen und das schöne Land betrachten.

Ich werde die fruchtbaren Gärten und die dichten Wälder bestaunen

Wir danken Gott, dem grossen König Jesus Christus mit diesem Lied für das gute Land

Wir jauchzen und singen voller Freude wie in Psalm 65.10-14

Fotostory: Vision RCA

Hier ist die Fotostory (ca. 11 Min): wie 1987 alles begann – und wie es 2017 weitergeht…

Dramatische Lage im Osten der RCA

Also, wenn sogar die schweizer Medien auf die RCA aufmerksam werden, muss schon etwas ausserordentliches in Afrika passiert sein.

Unter dem Titel:

«Frühes Alarmzeichen» für einen Genozid

beschreibt SRF News International die dramatische Lage in der RCA. Hier der Link zum Artikel.

Laut Bericht eines UNO-Vertreters, welcher kürzlich das Land besuchte, ist dringender Handlungsbedarf, dass das Land nicht vollständig im Chaos versinkt.

Auch die Informationen von unseren Leuten, welche aus Alindao, unserer Projektstation flüchten mussten, sind dramatisch. Die zwei Rebellengruppen bekämpfen einander bis aufs Blut, sie terrorisieren die Bevölkerung der jeweils anderen Gruppe. Aus Alindao sind Laut Uno-Bericht 98% der Bewohner (eine Stadt mit 14’000 Einwohner) geflüchtet und die Seleka-Rebellen nehmen die leeren Häuser, die sie nicht abgebrannt haben in Beschlag.

Die Frontlinie befindet sich genau in unserer Gegend zwischen Alindao und Kongbo. Wir erhalten von hüben wie drüben schlimme Berichte. So „rekrutieren“ beide Gruppen Kämpfer, d.h. junge Männer und Kinder, um auf ihrer Seite zu kämpfen.

Gruppe von Anti Ballaka

In der Praxis sieht das dann so aus, dass die Leute gezwungen werden die Hütten der anderen Gruppe anzuzünden. Sie müssen sich einem Ritual unterziehen, eine sogenannte „Impfung“, um gegen die Kugeln der Gegner gefeit zu sein. (anti-balle = gegen die Kugeln – deshalb der Name dieser Rebellengruppe: „anti-ballaka“) Ihre Hälse sind dann umhangen von Fetischen – grimmig präsentieren sie ihre Macheten… (Bild oben und Titelbild)

Seleka-Barriere

Die Eindringlinge, die Seleka-Rebellen (Bild oben), sind vor allem animistisch-muslimische Nomaden, u.a. Mbororos, welche im Jahr 2013 den damaligen Präsidenten stürzten. Damit provozierten sie eine Gegenreaktion von einheimischen Kämpfern, den Anti-Ballaka.

Diese Rebellengruppen wurden von den Franzosen, der ehemaligen Kolonialmacht, sowie von Uno-Blauhelmsoldaten aus der Hauptstadt und auch aus Bambari, der zweitgrössten Stadt des Landes vertrieben. Sie terrorisieren nun ungehindert das Hinterland der RCA.

Seleka-Kämpfer

Ohne Eingreifen der Franzosen und der Uno wäre 2013 ein Genozid nicht zu vermeiden gewesen. Auch heute ist man wieder soweit – es braucht dringend Hilfe.

Minusca beschützt Flüchtlingslager

Heute beschützen die Uno-Blauhelme vor allem die vielen Flüchtlingslager (Bild oben). Für die Bekämpfung der Warlords und ihren Horden sind sie zu wenige und das Land ist zu weitläufig.

Es ist kaum zu glauben, dass dies alles unter Augen der Weltöffentlichkeit geschieht. Waffenschmuggler beliefern ungehindert die Rebellen von Norden, Süden, Osten und Westen her. Diese Waffen werden mit Blutdiamanten und Raubgold bezahlt. Die Regierung in Bangui wirkt hilflos, sprachlos, tatenlos.

Hoffentlich geht nun ein Ruck durch die Uno und die Classe Politique.

All dies so aus der Ferne mit zu verfolgen ist sehr schwer zu ertragen. Man kennt die Leute, man kennt das Land und nun ist alles ganz anders – einfach nur apokalyptisch.

Only tears!

Räubergeschichten II

Und schon wieder haben sie zugeschlagen, die Diebe beim Zoll und bei Air France in Bangui.

Diesmal war Urs das Opfer. Sein Koffer wurde auf die gleiche Weise durchwühlt, wie bei mir. Bei ihm wurde ein Laptop entwendet und sämtliche Briefe geöffnet. Er war auf der gleichen Route von Bangui über Paris in die Schweiz zurückgekehrt, wie ich anfangs Februar.

Was er dann vom Land zu berichten hatte, ist sehr traurig. Die Rebellen in unserer Region kommen immer mehr unter Druck und erleiden grosse Verluste. Viele Witwen der Kämpfer werden nach Alindao gebracht, wo sie bessere Überlebenschanchen haben sollen und die Waisenkinder werden auf dem Markt in Alindao wie Sklaven verkauft.

In den letzten Tagen sind duzende von Menschen ums Leben gekommen. Ihre Dörfer wurden verbrannt und die Jungen werden als Kindersoldaten gezwungen zu kämpfen. Es ist ein schrecklicher Zustand. Dies alles geschieht nun in der nähren Umgeben von Alindao, etwa 30-40 Kilometer Richtung Mingala, wo sich auch das Campement von unseren befreundeten Mbororos in Djam Hija befindet.

Sehr viele von ihnen sind nun auf der Flucht nach Alindao und weiter südlich in unsere Region. Zum Glück haben sich unsere Freunde von Djam Hija in der Nähe von unserer Station in Alindao in Sicherheit bringen können.

Es ist eine sehr kritischer Moment. Nachdem der Staatspräsident die Stadt Bambari (120 km westlich von Alindao) besucht und dort grosse Hoffnung auf Befreiung und Frieden gebracht hat, haben die Rebellen diese Stadt in unsere Richtung verlassen müssen und versuchen nun die Rebellen bei uns zu verdrängen.

Jean de Dieu, der Verantwortlicher für unsere Projekte vor Ort hat mir einen Brief geschrieben. Darin schildert auch diese Probleme, welche sich im Moment bei ihnen massiv verstärken.

Er schreibt aber auch von positiven Erlebnissen in all diesem Chaos, vom Zusammenhalt guter Freunde und von den Möglichkeiten bei den Privatschulen, welche trotzdem noch funktionieren, die Kinder in Landwirtschaft zu unterrichten.

Meine nächste Afrikareise im Juni ist nun in Frage gestellt. Ich hoffe aber gleichwohl, dass sich bis dann die Situation klärt oder beruhigt.

Ich werde euch natürlich auf dem Laufenden halten.

In Sicherheit

Jean de Dieu Kolipou, mein treuer Mitarbeiter und Projektleiter vor Ort ist in Bangui, der zentralafrikanischen Hauptstadt in Sicherheit.

Er rief mich gestern Sonntag an und ich konnte mit grosser Erleichterung diese gute Nachricht entgegennehmen. Seit seiner Flucht aus Alindao Mitte Mai, hatte ich nichts mehr von ihm gehört.

Er und seine Familie mussten flüchten, nachdem es in Alindao und in der ganzen Region im Osten der RCA im Mai zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen zwei verfeindeten Rebellengruppen gekommen ist.

Und dies nun schon zum zweiten Mal. Sein Haus und auch die anderen Häuser der Station wurden während der Unruhen vom Mob erneut geplündert.

Er und seine Frau haben eine überaus beschwerliche Reise hinter sich und sind nun froh in Bangui in Sicherheit zu sein. Mit ihm sind noch viele andere Freunde und Bekannte aus Alindao nach Bangui geflüchtet.

Hier in Bangui gibt es nun Telefon und Internet, so dass wir das weitere Vorgehen gut miteinander besprechen können.

Wir sprachen auch schon über folgende Fragen:

  • Wie und wo finden die Flüchtlinge aus Alindao in Bangui Unterstützung?
  • Wie können wir uns für diese Flüchtlinge einsetzen?
  • Gibt es Anknüpfungspunkte an unser urbanes Agroforesteryprojekt von damals, wo wir mit dem Wald- und Wasserministerium zusammengearbeitet haben, um an der Peripherie von Bangui Baumschulen einzurichten?
  • Wie kann die Zeit in Bangui optimal genutzt werden, um sich auf die Rückkehr nach Alindao vorzubereiten? (Friedens- und Versöhnungsprojekt mit Workshops?)

Trotz all der negativen und schlimmen Nachrichten aus dem Osten der RCA, bin ich nun hoch erfreut, mit Jean de Dieu live in Kontakt sein zu können. Dies eröffnet nun wieder ganz neue Möglichkeiten, wie die Projektarbeit weitergeführt werden kann – einfach anders, als zuerst gedacht…

Es ist alles sehr spannend – ich halte euch, liebe Freunde und Blogleser natürlich gerne auf dem Laufenden. Insbesondere, weil ich weiss, dass es viele gibt, welche mittragen und mitbeten. Dafür ganz herzlichen Dank. Dies ist auch maboko na maboko;-)

Berufsbildung im Trend

Am Freitag, 23. Juni 2017 fand im Swisstech Convention Center (EPFL-ETH) in Lausanne die Jahreskonferenz der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit statt. Die DEZA (Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit, sowie das SECO (Staatssekretariat für Wirtschaft) haben mehr als 1000 Mitarbeiter der internationalen Entwicklungszusammenarbeit aus allen Herren Länder eingeladen.

Link zum Bericht

Was mich sehr freut ist, dass international ein Schwerpunkt auf die Berufsbildung gelegt wird. Dies ist auch für uns ein Kernthema, um vor allem der jungen Generation eine Perspektive zu geben.

BR Johann Schneider Amman

«Die Jugend ist die Zukunft und kann eine zentrale positive Kraft in Innovations- und Veränderungsprozessen sein – sofern man ihr eine Chance gibt» Dies war denn auch der Slogan von Bundesrat Johann Schneider Amman an die über tausend aufmerksamen Zuhörer – und: «Berufsbildung schafft Perspektiven». Das duale Bildungssystem der Schweiz ist ihm ein grosses Anliegen und sichtlich stolz erzählte er, wie er dies erst kürzlich dem belgischen König vorstellen konnte. Dieser war extra in die Schweiz gereist, um unser duales Bildungssystem kennen zu lernen (duales System ist sowohl akademische, als auch handwerkliche Ausbildung).

Nigerianische Ex-MInisterin

Die ehemalige nigerianische Finanz- und Aussenministerin, Frau Ngozi Okonjo-Iweala, welche während vier Jahren auch Leiterin der Weltbank war, hat aber die Hauptprobleme, welche vor allem in Afrika grassieren auf den Punkt gebracht.

  • Über 60% der jungen Menschen in Afrika, auch viele, von denen, die eine Schule besucht haben, können weder lesen, schreiben, noch rechnen. Ohne Schulbildung ist es praktisch unmöglich eine Lehre zu absolvieren.
  • Das Gelingen von vielen Projekten in Afrika – inklusive Berufsbildungsprojekten – hängt sehr oft von der politischen Konstellation in diesen Ländern ab – sprich: die Korruption lässt vieles ins Leere laufen.
  • Und als grösstes Hindernis nennt sie die aktive Bekämpfung des Gegenübers; die kriegerischen Auseinandersetzungen, welche jahrelange Aufbauarbeit innert kürzester Zeit zu Nichte macht.

In Kombination mit Podiumsgesprächen wurden zwei Projekte vorgestellt, wo Berufsbildung z.B. im Wiederaufbau des vom Erbeben geschädigten Nepal angewendet wird.

Diese Kombination zwischen Wiederaufbau und Berufsbildung ist auch ein Projektansatz in der RCA. So das 100 Häuser Programm, wo Flüchtlinge an Hand von Maurer- und Handwerkerkursen ihre zerstörten Häuser wiederaufbauen können.

Oder auch die Integration unseres Landwirtschaftsprogramms in den Stundenplan der Privatschulen.

So richtig eintauchen ins african feeling konnte man mit der Band Farafina – hier eine Kostprobe.

Auflösung Wettbewerb

Ja, ihr habt’s gemerkt;-)

An drei Orten konnte man die Begriffe nachschauen – und bei allen dreien gab’s andere Bedeutungen?

Ja genau, weil jedes Umfeld auch anders ist – bei uns ist es nicht gleich, wie in Afrika – und wieder anders ist es in Frankreich. Deshalb war der Wettbewerb auch recht schwierig. Ich hoffe, es hat aber trotzdem Spass gemacht und zum Denken angeregt.

Also hier nun die Auflösung: es waren einige, welche sich mit den Begriffen auseinander gesetzt haben und wir hatten einige sehr interessante Gespräche. Rückmeldungen mit Vorschlägen gab es allerdings genau eine – und die kam von Michael.

Bravo Michi – du hast den Preis gewonnen: eine Flasche Heida Melodie – ich werde sie morgen vorbeibringen.

Diejenigen, welche nun denken, schaaad da hätte ich mehr gewusst – wartet auf den nächsten Wettbewerb;-)

Neuer Wettbewerb

Hier ist der neue Wettbewerb.

Ich bin nun mit dem neuen Workshop: die zwei Bäume auf Sango fertig geworden. Es gab viel Übersetzungsarbeit und viel zu knobeln und rätseln, was wie übersetzt werden muss.

So möchte ich euch – wie immer – auch an diesem Übersetzungsprojekt teilnehmen lassen.

Also: die Aufgabe besteht diesmal darin, so viele Begriffe wie möglich, welche ihr auf dem Bild oben auf Sango, der Nationalsprache der RCA seht zu deuten und aufzuschreiben.

Ihr könnt dies mir wie immer per Mail toni.rcahelp@bluewin.ch oder unten im Kommentar schicken. Auch WhatsApp usw. ist möglich.

z.B.

  1. ndoye = Liebe
  2. sioni = böse
  3. usw.

Hier noch einige Tipps: ihr seht div. Bibelstellen – wenn ihr in der Bibel nachschaut, könnt ihr einige Begriffe erahnen. Wenn ihr auf der Webseite ein bisschen herumsurft, könnt ihr auch fündig werden. Deshalb allerdings – bekommt einen Preis, wer als Erster die meisten Begriffe zusammen hat.

Also: auf Los geht’s Los

Viel Vergnügen;-)

Reise verschoben – Auftrag bleibt!

Die im Juni vorgesehen Afrikareise musste abgesagt bzw. verschoben werden.

Unsere Freunde vor Ort sind nun besonders gefordert, in dieser sehr schwierigen Zeit ihre Arbeit fortzusetzen und am Glauben an einen möglichen Frieden festzuhalten.

Der Auftrag bleibt!

In folgendem Videoclip siehst du worum es geht – auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, würde ich heute noch einen Baum pflanzen (Martin Luther King)

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