Zum Gedenken an Baba Enoch

Baba Enoch und seine Frau Agathe konnte ich am letzten Tag meiner Afrikareise in Bangui noch besuchen. Dies war mir sehr wichtig. Kannten wir uns doch schon seit den Anfangszeiten unseres Projektes in Alindao.

Die Nachricht von seinem Tod erreichte uns nun in dem Moment, wo ich mich intensiv mit den frischen Erlebnissen und der Vergangenheit in Afrika beschäftigte. Enoch und seine Familie haben uns immer sehr unterstützt und so ist in all den Jahren eine grosse Verbundenheit entstanden.

So will ich ihm und seiner Familie in Dankbarkeit und in grosser Anteilnahme diesen Beitrag widmen. Fotos, welche an die liebenswerte Art von Enoch erinnern.

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Beim Abschied 2004 gab mir Enoch Briefe mit in die Schweiz
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Hier zusammen mit Jean De Dieu in seinem Kornspeicher in Alindao
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Zu Besuch bei Tagbas in Bangui

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Nephtalie, die Urenkelin von Enoch, sang uns ein Lied vor, das sie im Kindergarten gelernt hatte: Unité Dignité Travail – die Nationalhymne der RCA

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Balao baba Enoch mo gue na yayou awe. Fade Nzapa bata sewa ti mo!

Rückblende

Bin ich sentimental? Werde ich alt? Oder bin ich gerade in einer Phase der Vergangenheitsbewältigung?

Bitte, liebe Freunde, das müsst ihr mir zugestehen. Ich bin nun seit mehr als einem Jahr pensioniert und da hat man des Öfteren mal Zeit, über das Vergangene nachzudenken.

Es ist ein Versuch die Eindrücke meines letzten Besuchs zu verarbeiten – also, ist es eher eine Gegenwartsbewältigung, verknüpft an das Vergangene…

An das Gute denken, das hinter uns liegt – und auf das Gute hoffen, das kommen wird!

Vor allem in das, wo das Herzblut hineingeflossen ist, liegt einem doch sehr am Herzen und man wirft dann schon ein besonderes Augenmerk darauf, was mit diesem und jenem geworden ist. Besonders nach dem letzten, sehr eindrücklichen Besuch bei meinen Freunden in der RCA.

Wie alles begann: 1987

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Mein erster Beruf als Bauzeichner war bei der Planung der Station sehr hilfreich (zum Vergrössern auf die Bilder klicken)
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Luftaufnahme während der Bauphase 1987-88. Die Dächer werden mit Wellblech gedeckt

Auch wenn ein Überflug heute ein ähnliches Bild abgeben würde, wie vor mehr als 30 Jahren, so bleiben doch diese Bilder in Erinnerung.

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Unsere Station mit 42 ha Versuchs- und Demofeldern in voller Blüte (zum Vergrössern auf Bilder klicken)
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im Bildausschnitt sieht man in der Bildmitte links eine Basisgruppe während einem Kurs

Und wenn wir die Station ein weiteres Mal einrichten und decken müssen – dann wird es auch wieder Menschen geben, welche zu uns in die Ausbildung kommen.

Damit wir ihnen Wissen weitergeben können und Hoffnung in ihre Herzen säen.

Momentan findet der erste Basiskurs YAKA 1 in Sabongo, in der Nähe von Bangui statt.

Hinweis: die grün eingefärbten Textteile sind Links. Mit Klick auf diese kommst du auf die bezeichnete Seite.

Komm mit auf einen nostalgischen Rundflug über unsere damalige Projektstation in Alindao:

Ob gemächlich mit der Piroque…

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Toni mit Carlo David Michael auf Töff

oder vollgas mit dem Töff – wir bleiben unterwegs – nie stehen bleiben!

Hier kannst du, wenn du magst, auch noch die Fotostory „von der Vision bis zur Verwirklichung – und dann?“ anschauen.

30 Jahre Jubiläum

Titelfoto: v.l.n.r Jean De Dieu Kolipou, aktueller Projektleiter in Sabongo, David Mbolonga ehemaliger Chef Moniteur, rechts neben mir Samuel Tagba, ehemaliger Chef Baumschulen.Es gibt nur ein kurzes Innehalten und ein Festhalten an dem was vor 30 Jahren, weit weg in Alindao begann. Uns ist nicht zum Feiern zumute – ist doch unser Zentrum schon seit einiger Zeit menschenleer und ausgeraubt.Wir stehen inmitten von Samuels Maniokfeld in Bossongo. Der Mais konnte schon abgeerntet werden. Samuel musste nun schon zum zweiten Mal mit seiner Familie flüchteten. Seine Häuser, seine Obstbäume, seine Existenz in Alindao wurde von den Rebellen mutwillig zerstört.Auch auf unserer Station in Alindao werden aktuell die Wellblechdächer entfernt. Es sind Leute aus den Flüchtlingslagern in Alindao am Werk, welche nachts kommen, das Aluminium stehlen und dann zu Kochtöpfen verarbeiten… dies sind die allerneusten News…

30 Jahre Jubiläum CFAE
Unser ehemaliges Schulungszentrum in Alindao

Centre détruit 2018Liebe FreundeIch denke ihr habt es vielleicht bemerkt – ich tue mich im Moment enorm schwer mit der Berichterstattung meiner Afrikareise. So fasse ich die Tage 6 und 7 zusammen.Es waren denn auch die wichtigsten meines Besuches. Es ging darum in einer Recyclage (Erfahrungsaustausch) alle, in Bangui anwesenden ex-Moniteure und Dorfanimateure zusammen zu nehmen um zu erfahren, wie es ihnen in dieser schwierigen Zeit ergangen ist.Viele fanden bei Verwandten in- und um Bangui Unterschlupf. Sie erhielten ein Stück Land, wo sie für den Lebensunterhalt ihrer Familien Gärten anlegen konnten.

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Das Maniokfeld von Samuel in Bossongo

Dabei erzählten sie, wie ihnen die, im damaligen CFAE (Centre de Formation Agricole Elim) erlernten Techniken nun zu Gute kommen.

Wie schon im letzten Bericht «I have a dream» geschrieben, war ich sehr berührt von ihren Erzählungen und ihrer positiven Grundeinstellung – trotz der schwierigen Situation.Am Tag 7 besuchten wir die Pygmäen und unsere neue Projektstation in Sabongo.

Das Fazit dieses Kurses, meines Besuches – und eigentlich meines ganzen Einsatzes in Zentralafrika kann ich schlussendlich wie folgt zusammenfassen:

„Auch wenn Haus und Hof, Hab und Gut geraubt werden – was in die Herzen gesät ist, kann niemand rauben“!

OLYMPUS DIGITAL CAMERAKODE NA BEOKO – MABOKO NA MABOKOWISSEN UND GEMEINSCHAFT – HAND IN HAND (unser Titelslogan)

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Eine neue Generation wird heranwachsen
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Ein Riesen-Urwaldbaum in Bossongo, wo der Blitz eingeschlagen hat und ein neuer Trieb herausgewachsen ist – das ist die Hoffnung für die RCA!

Das tröstet mich – eigentlich war ich gekommen, um sie zu ermutigen und zu trösten – nun trösten sie mich!

Jubiläumsfoto alle winken zum Vergrössern aufs Bild klicken

Hinweis: die grün eingefärbten Textteile sind Links. Mit Klick auf diese kommst du auf die bezeichnete Seite.

Tag 5: Schwitzen, Networking und Social Media

Meine Freunde in der RCA sind eigentlich an die Hitze gewöhnt und müssen deshalb viel weniger schwitzen, als unsereins.

Heute jedoch kamen Jean De Dieu und unsere Mitarbeiter von der Projektverwaltung für einmal gehörig ins Schwitzen. Es galt die Kasse und die Buchhaltung zu kontrollieren.

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Normalerweise bin ich sehr zuvorkommend und behandle meine Freunde mit viel Nachsicht und Respekt. Heute mussten sie jedoch für jede bohrende und pingelige Frage eine Antwort haben und die Belege vorweisen. Wir kontrollierten die Ausgaben im Zusammenhang mit dem Budget und verlangten für jeden Betrag die betreffenden Belege.

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Es gab jeweils bei den Anfragen ein Gewuschel und Gewimsel in den Papierdossiers und prompt – mit erleichtertem Lächeln präsentierten sie uns dann ein Dokument nach dem Andern.

Die Buchhaltung wird schon mit Laptop und angepasstem Logiciel geführt, alles andere ist jedoch fein säuberlich in Papierdossiers zusammengeklammert.

So war ich sehr erfreut und erleichtert, dass praktisch alles – bis an einige Details, welche jedoch bereinigt werden konnten – haargenau und sogar recht professionell geführt wurde.

Dies ist auch sehr wichtig. So kam ich – neben den lobenden Worten – nicht darum herum, ihnen ein weiteres mal eindringlich zu erklären, wie wichtig eine getreue und korrekte Verwaltung der Finanzen ist – vor allem im Blick auf unsere treuen Spender, welche mit Herz unsere Projekte unterstützen.

Zyklus im Projektmanagement
Unser Projektmanagement in einem Zyklus zusammengefasst (zum Vergrössern aufs Bild klicken)

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Am Nachmittag gabs dann ein Novum im Konferenzraum des zweistöckigen Verwaltungsgebäudes in Bangui Mboko, dem Hauptsitz der einheimischen Union.

Nicht nur die, um diese Tageszeit sehr heiss scheinende Sonne brachte mich ins Schwitzen, sondern auch das sehr langsame Internet. Ich musste schon während den Vorbereitungen unsere Projekt Webseite abspecken und schlanker gestalten. Von 3 oder 4G kann man da nur träumen.

Header Agri Bangui
Mit Klick auf dieses Banner kommst du auf unsere Projekt Webseite

So konnte ich doch schlussendlich meine Freunde an den Errungenschaften unserer Zeit, dem Internet teilhaben lassen. Es gibt inzwischen viele Benutzer in der RCA, vor allem in Bangui, welche fast alle einen Facebook-Account haben. Für diese ist unsere Projekt Webseite in erster Linie gedacht, so dass für sie sämtliche Techniken und Erfahrungen unseres Projektes zugänglich und abrufbar sind. Ich zeigte ihnen die Möglichkeiten, aber auch die Gefahren von Facebook und Internet.

Screenshot facebook Startseite
Startseite von unserem Facebook Projektacount (mit Klick aufs Bild kommst du auf unseren Account)

Der aktuelle Stand (April 2018) unserer Likes und Abos

Likes und Abos

Und hier die Ergebnisse von einigen Promotions bei Facebook: Zwischen 5’000 und 25’000 Personen konnten wir nur schon in der RCA erreichen, welche dadurch mit einem Link-Klick auf unsere Webseite gelangten.

Facebook promotions
Mit Klick auf das Bild kannst du es vergrössern

I had a dream

«Ich habe einen Traum! Im Wissen, dass die Welt zu Ende geht, pflanze ich gleichwohl heute einen Fruchtbaum mit der Hoffnung und dem Glauben, dass unsere Kinder eines Tages seine Früchte essen werden».

(Ein Mix von Zitaten von Martin Luther King, Marin Luther, dem Reformator und von Franz von Assisi)

Bäumchen pflanzen

Ich schrieb diesen Artikel 2018 zum Gedenken an Martin Luther King (50. Todestag) und die, über eine Million Flüchtlinge in der RCA, welche gezwungen waren ihr zu Hause und ihre Felder zu verlassen und welche eine neue Existenz aufbauen mussten.

Meine Freunde in der RCA habe ich damals im März 2018 gefunden und besucht. Sie gehörten auch zu den Flüchtlingen, welche schon zum zweiten Mal ihr zu Hause und ihre Felder verlassen und nun hier in Sabongo eine neue Existenz aufbauen mussten. Es sind diejenigen, welche nicht den Krieg wollen. Es sind die, welche den Frieden suchen.

Ich zeige euch das eindrückliche Beispiel von Jean Takata. Er musste zusammen mit seiner Frau und seinen 4 Kindern vor den Kämpfen in seiner Region im Zentrum des Landes flüchten.

Er fand in Sabongo Unterschlupf. Gleich, wie vielen anderen Flüchtlingen, wurde auch ihm in grosszügiger Weise ein Terrain zur Verfügung gestellt, wo er sein Haus erstellen konnte.

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Jean ist einer von unseren Dorfanimateuren, welcher im Jahre 1995 bei uns in Alindao das Diplom erhalten hatte. Auch wenn ihm der ganze Besitz geraubt wurde – all das, was er gelernt hatte und im Herzen trägt, konnte ihm niemand weg nehmen.

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Jean De Dieu begutachtet ein junges frisch gepflanztes Mangobäumchen – im Hintergrund drei Moringabäume

Sofort hat er begonnen die erlernten Techniken anzuwenden, pflanzte Bäume, legte eine Ananasplantage an und richtete den Maniok genau wie gelernt in Linien aus.

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Auf diese Weise kann er nicht nur seine sechsköpfige Familie ernähren, sondern verdient auch schon mit dem Verkauf von den Ananasfrüchten auf dem Markt in Bangui etwas Geld.

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Und das brauchte er unbedingt, will er sein Haus noch fertig bauen. Er musste noch Türen und Fenster kaufen – eine Küche einrichten.

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Immer wieder, wenn ich dieses Bild anschaue bin ich zu tiefst erschüttert. Ich bin überwältigt von der Bescheidenheit dieser Menschen. Da ist keine Bitterkeit, kein Hass – nur Hoffnung und Zuversicht.

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Jean Takata zusammen mit seiner Frau und seinen vier Kindern. Rechts sitzend Jean De Dieu Kolipou, der Projektleiter in Sabongo.

Jean hat eindeutig den 1. Preis verdient. Jedes Mal, bei meinen RCA-Besuchen, wurde ein Dorfanimateur oder Animateurin, welcher in besonderem Masse unsere Techniken angewendet und verbreitet hat mit einem grosszügigen Preis prämiert.

Jean Takata und einige andere ehemalige Moniteure von unserem Projekt (Jean De Dieu, Samuel und David), welche auch nach Bangui flüchten mussten, starteten im April 2018 das Kursprogramm unseres neuen Projektes.

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Die ganze Equipe von Sabongo. Die Moniteure, Dorfanimateure und die neue Basisgruppe von Sabongo – inklusive Baminga (Pygmäen). Wie immer – maboko na maboko – Hand in Hand. (zum Vergrössern aufs Bild klicken)

Der erste Kurs YAKA 1 und auch alle weiteren Kurse wurden dann 2018/2019 nach dem Programm des altehrwürdigen CFAE (Centre de Formation Agricole Elim) durchgeführt.

Im November 2019 konnten dann viele Diplome an die erfolgreichen Kursteilnehmer und Teilnehmerinnen überreicht werden. Sie werden im März 2020 ausgesendet, ihr Wissen an die Bevölkerung weiterzugeben.

Dieses Projekt findet nun heute am 31. März 2020 einen Abschluss.

Noch viel wichtiger, als das technische Wissen weiterzugeben ist die persönliche Einstellung von Jean. Er kann nur schon durch sein Leben wirkliche Hoffnung und Zuversicht weitergeben.

Das Leben von Jean und auch von Jean De Dieu ist eine Friedens-Message wie die von Martin Luther King – nur ohne Worte!

Tag 4: Ankunft in Sabongo

Nun geht’s weiter mit der Berichterstattung meines Besuchs in Zentralafrika.

Ich musste zuerst zu Hause ankommen und mich an das raue Winterklima gewöhnen, bevor ich mich wieder an den Ereignissen in Afrika erwärmen konnte. Es ging alles auf einmal so schnell. Für meine Seele war das doch etwas viel Abwechslung und auch der Magen musste das Genossene erst noch verdauen.

Also der Tag 4 war ein Sonntag und meine Gastgeber Markus und Esther begleiteten mich zum Gottesdienst an unserem neuen Projektstandort Sabongo.

Ich war sehr gespannt, wen und was ich antreffen würde. Jean De Dieu und Odette auf jeden Fall, aber wie wird ihr Umfeld sein? Wer sind diese Bamingas, diese Pygmäen?

Aber seht doch selbst. Es war ein sehr lebendiger Gottesdienst mit viel Halloo und Gesang. Der Rhythmus ist mir dermassen in die Beine gegangen, dass ich mich nicht enthalten konnte mitzutanzen😉 Der abkühlende Regen während des Gottesdienstes kam daher genau richtig.

Film: Ankunft in Sabongo ca. 5 Min.

Das Thema meiner Predigt könnt ihr euch ausdenken was es war: die zwei Bäume. Diese Botschaft ist für die Menschen, bei welchen der Urwald die Heimat ist, sehr anschaulich.

Die zwei Bäume
Workshop Die 2 Bäume

Link zum Workshop mit den zwei Bäumen ist hier.

Nach dem gemeinsamen Essen, bei dem ich natürlich auch vom Maniok, dem zentralafrikanischen Nationalgericht probieren musste, gings im Regen zurück nach Bangui.

Hinweis: die grün eingefärbten Textteile sind Links. Mit Klick auf diese kommst du auf die bezeichnete Seite.

Wieder zu Hause

Und schon wieder bin ich zu Hause – und sitze am wärmenden Kaminfeuer;-)

Ich bin glücklich und zufriedenn über die schönen Begegnungen und die gelungene Reise.

Im Kreise der Lieben schwelge ich nun schon in den schönen und ganz frischen Erinnerungen. Wir schauen die ersten Fotos und Filmchen an.

Ich habe mega viel Material mitgebracht, das ich dann im verlaufe der Zeit zu einem oder ander Blogbeitrag verearbeiten werde.

Also, nach Tag drei war ja da schon mal Schluss; schwaches Internet und – einfach keine Zeit.

Danke, dass ihr mitgekommen seid. Ich bin nun zwar glücklich wieder zu Hause, die Geschichte in der RCA ist aber noch nicht zu Ende.

Euer Toni

Tag 3: Herzliches Wiedersehen

Siesta!

Wenn es etwas sehr schönes und entspannendes auf dieser Welt gibt, so ist es die Siesta in Afrika.

Ich strecke mich aus und versuche den Schweiss, der durchs T-Shirt drückt zu ignorieren. Durchs Moskitonetz sehe ich, dass der Ventilator still steht – Stromunterbruch.

Ich lausche dem leisen Geklimper einer E-Gitarre aus der nahe gelegenen Kirche und denke, jetz entschwindest du dann gleich ins Reich der Träume.

Und ja, genau, das was du jetzt denkst ist richtig – so war es nicht.

Zum Geklimper der Gitarre gesellte sich zuerst der groovige Rhythmus eines Schlagzeugs, dann fing eine Bassgitarre an, den Vortritt zu erzwingen.

So weit so gut, ich liebe eigentlich diese Musik und versuchte auch dem Groove zu folgen, bis genau unter meinem Fenster jemand begann Holz zu spalten.

Und der gab nun einen ganz andere Takt an – und meiner Siesta den Rest!

Na ja, so habe ich nun schön Zeit meine Blogbeiträge zu schreiben;-)

Also, der 3. Tag ist ja noch nicht zu Ende, aber das was ich heute Morgen erlebte war schon aussergewöhnlich und war so was von Bewegend.

Jean De Dieu zusammen mit seinem Sohn Jonathan und Felix, dem einheimischen Koordinator der Projekte in der RCA begrüssten mich schon gestern. Die Begegnung war sehr herzlich, so auch heute, wo wir uns zur ersten Austauschsitzung trafen.

Höchst erfreut war ich dann, als Samulel und David, zusammen mit Jean De Dieu, die eigentliche Urgesteine unseres Projektes, spontan auch an unserem Austausch teilnahmen.

Jeder erzählte sein Geschichte und ich war sehr betrübt, besonders über die Erlebnisse von Samuel. Er musste nun schon zum zweiten Mal flüchten und mit ansehen, wie sein ganzes Hab und Gut, seine Bäume und Häuser mutwillig zerstört wurden.

Als er erzählte, dass man sogar seine uralten Kokosbäume umgehauen hatte, das machte etwas mit mir…

Aber genau wegen dem sitzen wir ja zusammen. Wegen dem bin ich ja in die RCA gereist. Wie können wir im Angesicht dieser schlimmen Ereignisse gleichwohl noch Hoffnung und Mut verbreiten?

Das ist der rote Faden unseres Programms der nächsten Tage. Ich werde euch, liebe Freunde natürlich gerne daran Teil haben lassen. Danke dass ihr da mitkommt, mitdenkt und mitbetet.

Auf dem Titelbil ist von links nach recht Felix, Jean De Dieu, David und Samuel zu sehen.

Tag 2: Ankunft in Bangui

War das wieder ein Empfang!

Kaum in Bangui aus dem Flugzeug, wurde ich höflich gebeten, in einen bereitstehenden Bus zu steigen.

Ich kam mir etwas komisch vor, zusammen mit der top gekleideten Herrschaft, welche neben mir Platz genommen hatte die 100 Meter zur VIP Lounge gefahren zu werden.

Dort wurden mir die Reisedokumente abgenommen und nicht lange Zeit später konnte ich schon fix fertig abgestempelt mit meinem Gepäck ins bereitstehende Auto steigen.

Selten war eine Reise so wunderbar wie diese. Sogar in Paris klappte diesmal alles wie am Schnürchen. Der Flug über die Sahara war sehr angenehm und für den noblen Empfang in Bangui war niemand anders verantwortlich, als der einheimische Leiter der Bewegung persönlich.

Also, dass es so viel Aufregung am Flughafen und auch Schutztruppen rund um den VIP Eingang gab, hatte noch einen ganz anderen Grund. Der Staatspräsident der RCA höchstpersönlich bestieg nämlich das Flugzeug, aus dem ich gerade ausgestiegen war.

Ich scherzte noch, ob er er wohl meinen Platz einnehmen würde? Nein, sicherlich nicht! Der ist viel grösser als ich – so wegen der Beinfreiheit:-)

Ich wurde von meinen Freunden Markus und Esther, einem schweizer Missionarsehepaar abgeholt und sehr herzlich aufgenommen. Bei ihnen werde ich nun die nächsten Tage logieren.

Die Temperaturen hier in Bangui sind wie erwartet hoch, aber es gibt Wasser! Die Dusche konnte ich dann am Abend sehr geniessen.

Anders, als die am Morgen noch in Zürich. Die Dusche dort im Hotel war eisig kalt und hat mir beharrlich das Warmwasser verweigert. Fast so, als ob sie sagen würde, du wirst dich noch nach meiner Kühle sehnen…

Tag 1: Start by the roots

…bzw. by the trees.

Noch schnell die Aprikosenbäume schneiden, damit sie nicht bei den, zu erwarteten Frühlingstemperaturen vor meiner Heimreise ausschlagen.

Endlich endlich ist es so weit, es kann losgehen. Vor allem die mentale Vorbereitung war diesmal sehr speziell. Ein Mix zwischen Ungewissheit und Freude liessen das Reisefieber hochschnellen.

Die Koffern füllten sich so nebenbei und wurden inzwischen auch schon vom Förderband des Checkin verschlungen.

Hoffentlich spuckt sie dann das Monster Air France (AF) auch wieder aus, denn letztes Mal musste ich die erste Woche in Bangui ohne mein Gepäck auskommen.

Beim Wetter hat AF auch ziemlich den Hang zum Übertreiben – hoffte ich jedenfalls…

Das Empfangskomitee von Bangui hat sich auch schon gemeldet und hat mit unten stehendem Foto die tropischen Wetteraussichten von AF leider bestätigt.

Im Schlafzimmer nach 21 Uhr hat es noch über 30 Grad und die Luftfeuchte fast 70%.

Na dann gute Nacht😅

Hoffentlich gibts dann am Morgen wenigstens Wasser zum 🚿