Klimawandel in Afrika

Ja, genau! Alles spricht vom Klimawandel. Ja, der ist dramatisch – aber noch viel dramatischer ist in Afrika der Menschlichkeitswandel.


Wenn das so weitergeht, wird nämlich der Menschlichkeitswandel den Klimawandel noch überholen. Der ist eigentlich die Hauptursache für den Klimawandel.

Überrascht? Aber lies doch selber.


Auf dem Titelbild ist in einer Animation dargestellt, wie der gesamte Bereich unterhalb der Sahelzone jedes Jahr während der Trockenzeit abbrennt. Alindao und die Zentralafrikanische Republik sind mitten drin.

Rückblende:

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
wir stehen zusammen mit Moïse und seinen beiden Söhnen zwischen jungen Bäumchen, welche ausgepflanzt werden sollten
cropped-dbt601511.jpg
die Dorfbaumschule ist in einem grossen Wald angelegt

Unsere Freunde hätten mit den Bäumen und der verbesserten Landwirtschaft eine Perspektive für ihre Zukunft erhalten sollen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Bäume sind ein wichtiger Bestandteil der Lebensgrundlage in Zentralafrika

Eigentlich hätte man in Zentralafrika die Buschfeuer durch aufforsten und das natürlich wachsende Laosgras praktisch in den Griff bekommen.

Alindao 090
Jean De Dieu erklärt die Vorteile des Laosgrases, welches das Buschfeuer erstickt und den Boden mit Nährstoffen anreichert

Nun wütet aber ein anderer Flächenbrand in Zentralafrika – ein schrecklicher Bürgerkrieg. Die Sicherung der Lebensgrundlage hat nun eine ganz andere Bedeutung erhalten.

Was in 30 Jahren aufgebaut wurde, wird innert Monaten zerstört. Viele Menschen wurden getötet oder vertrieben, ihre Häuser verbrannt, oder besetzt.

Centre détruit 2018
Das ehemalige Schulungszentrum in Alindao heute – verlassen, ausgeraubt und zerstört

Dies ist geradezu ein symbolisches Bild auf den Flächenbrand, der in Afrika, in Sibirien, im Mittelmeerraum, in Kalifornien und im Amazonas zur Zeit wütet.

Hinter vielen dieser Brände und auch den Konflikten stehen die Interessen von skrupellosen Profiteuren, welche sich bei den Ärmsten der Armen zügellos bereichern.

Es ist ein Riesentragödie, was wir zur Zeit erleben und es schmerzt sehr zu sehen, wie sich unsere Welt nicht zum Guten verändert.

Die Zerstörung der Natur und unserer Lebensgrundlagen beschäftigt mich enorm. Die Ursachen sind offensichtlich. Wir diskutieren viel über dieses Thema in der Schule.

Es ist eigentlich der Mensch mit seiner unersättlichen Gier nach Macht, Reichtum und Wohlstand, welcher der Auslöser dieser Tragödie ist. Dies haben meine Schüler im EIOH-Schulprojekt als Fazit herausgefunden.


Wir bekamen so nun Antworten auf heiss diskutierte Themen, wie der menschenverursachte Klimawandel usw.

Wir müssen leider feststellen: sowohl der Klimawandel – mit oder ohne CO2 Einfluss – als auch der Menschlichkeitswandel beide, sind menschenverantwortet!


Ja, sagte ich den Kindern, diese Probleme hat es immer schon gegeben, aber irgendwie müssen wir feststellen, dass bei den Menschen und der Umwelt schon ein Wandel stattfindet…

Wenn ich vom Mensch rede, meine ich damit natürlich auch mich. In welchem Konvoi marschiere ich mit?

unterwegs-zum-friedenWie ist meine Haltung und meine innere Einstellung zu all diesem?

Ich kann schon mit Finger auf die Schuldigen zeigen – aber dann zeigen genau drei Finger auf mich zurück;-) was machst du? Was mache ich?

Was mit der Welt und der Menschheit gerade passiert, hat mich veranlasst, vermehrt in der Bibel zu lesen und dort nachzuforschen.

Da bin ich auf die Rede über die Endzeit von Jesus gestossen, wo vieles über die Ereignisse, wie Erdbeben, Hungersnöte, Seuchen, aber auch über den traurigen Werdegang der Menschheit steht ( Matthäus 24 ).

Einige Passagen in der Offenbarung haben mich dann richtiggehend elektrisiert. Es ist schon erstaunlich, wie präzise die aktuellen Ereignisse darin beschrieben sind.

Hier ein Beispiel: ein drittel aller Böden sind verwüstet

siehe den Bericht von RFI (Radio France Internationale)

Und hier das aktuelle Beispiel der Waldbrände im Amazonas, in Afrika, der Taiga und sonst noch auf der Welt – zusammen mit der passenden Bibelstelle in der Offenbarung:

Amazonas mit Bibeltext

Ich weiss nicht, für welche Zeit dies vorausgesagt wurde, was mich aber überrascht, ist die Übereinstimmung der beschriebenen Ereignisse, mit denen, wie wir sie heute erleben.

So ist dies der Antrieb, weshalb ich diesen Beitrag eigentlich schreibe. Auch auf die Gefahr hin, dass ich zu predigen beginne und dich vielleicht langweile – immerhin hast du ja bis hierher gelesen;-) Ich möchte mit dir meine Gedanken teilen und dich anregen, auch einmal in diese Richtung nachzudenken.


Bei diesem ganzen Menschlichkeitswandel habe ich gelesen, dass dieser eine einzig grosse Tragödie ist. Es steht geschrieben, dass viele Menschen nicht Umkehren und Gott die Ehre geben, im Gegenteil. z.B. in Offenbarung Kapitel 16.

Es steht aber viel mehr in der Bibel geschrieben über eine grosse Hoffnung, ein Ziel und zuletzt ein gutes Ende – aber lies selber;-) z.B. im Johannesevangelium.


Ich möchte dich vor allem aber Anteil haben lassen an der grossen Hoffnung, die ich – trotz aller Geschehnisse – und gerade wegen dieser – in der Bibel gefunden habe.

Wenn du damit Mühe hast, so gebe ich dir mit folgendem Bild ein alternatives Werkzeug in die Hand, wo du selber einmal sehen kannst, wie es um dich bestellt ist. Wie sieht dein Lebensbaum aus?

Unter welchem Baum zeltest du?

Finde es heraus. Wie sind deine Wurzeln beschaffen, was für Früchte trägt dein Lebensbaum und welchen Geschmack haben sie? Haben sie den Geschmack von Leben oder gar Tod?

Die zwei Bäume
zum Vergrössern anklicken

Wo zeltest du? Es gibt zum Glück die Möglichkeit eines Platzwechsels;-)


Wenn du Lust hast, mit mir über dieses Thema zu reden, kannst du dich bei mir melden.

Oder du kannst auch einen Kommentar zu diesem Beitrag schreiben.


Mehr Details zu diesem Thema findest du im Blogbeitrag Menschlichkeitswandel

EIOH – come and see!

EIOH – Earth In Our Hands – Erde in unseren Händen. Matteo, Noah, Elena, Julia und Lena laden ein.

Die gd-Schule in Bratsch öffnet am 25. Juni 2019  ihre Türen zur Besichtigung des EIOH-Agrarprojektes.

Wir haben einen Biogarten hinter dem Schulhaus in Bratsch angelegt und unsere ersten Erfahrungen bei der Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit gesammelt.

Komm und sieh! Wir werden dir an den verschiedenen Posten alles zeigen und erklären

  • z.B. wie wir den Garten und das Hochbeet bearbeitet und angepflanzt haben,
  • welche Bedeutung die Bodenfruchtbarkeit für uns hat,
  • wie wir selber Dünger in Form von Kompost, Pflanzenjauche und Gründüngung herstellen ,
  • welchen Bezug wir mit den Hügelkulturen zu Afrika haben,
  • wie wir mit dem Lehrmittel in der Onlineplattform HAZU arbeiten
  • und dann können wir uns bei Kaffee und Kuchen noch weiter unterhalten…
Tag der offenen Tür des EIOH-Agrarprojektes der gd-Schule Bratsch

Wann: Dienstag, 25. Juni 2019 ab 13.30 Uhr bis ca. 16 Uhr

Wo: Schulhaus gd-Schule Bratsch

Die gd-Schule in Bratsch

Die gd-Schule hat das Walliser Bergdorf Bratsch wiederbelebt, wo die offizielle Schule vor etlichen Jahren wegen der Abwanderung geschlossen werden musste.

Vor drei Jahren wurde sie in den leeren Schulräumlichkeiten des Dorfes als Privatschule eingerichtet, welche nun ein komplett neues und eigenständiges Schulsystem entwickelt.

Die Schüler und Schülerinnen lernen aus der Praxis – für die Praxis – fürs Leben.

Hier ein Portrait dieser Schule von WB und rro bei ihrer Serie „Schüälzit“  (ca. 4 Min.)

Und hier ein paar Punkte, was die gd-Schule ausmacht und von der öffentlichen Staatsschule unterscheidet. Nicht gedacht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung.

  • Keine Klassen – jedoch mit 3 Phasen: 1. Phase Kindergärtner bis 2. Klasse, 2. Phase Primarschule, 3. Phase Oberstufe. Die Kinder befinden sich, je nach Reifestand in der entsprechenden Phase.
  • Keine starren Schulbänke – jedoch viel Bewegung an der frischen Luft, draussen in der Natur.
  • Keine Schulbücher – jedoch die voll digitalisierte Onlineplattform HAZU, ein Oberwalliser StartUp, wo sowohl die Lehrpersonen die Lektionen bereitstellen, die Schulkinder ihre Workspaces bearbeiten, als auch die Eltern den Lernfortschritt mitverfolgen können.
  • Kein starrer Lehrplan – jedoch ein projekt-und realitätsbezogenes, praktisches Ausbildungsprogramm
  • Keine Hausaufgaben – jedoch ein individuell angepasster Aktions- und Lehrplan
  • Keine Noten – jedoch wöchentliche Auswertungssitzungen des Lehrkörpers und ein persönliches Monitoringsystem der Schulkinder zur Selbstbeurteilung.
  • Keine Prüfungen – jedoch persönliche Ziele, welche durch das Monitoring und die Selbstbeurteilung überprüft werden. Die Kinder gehen an die obligatorischen Staatsprüfungen und haben dort überdurchschnittlich abgeschlossen.
  • praktisch kein Mobbing – weil das soziale Miteinander ein Schwerpunkt der Schule ist. Konflikte werden ausgetragen, Verantwortung übernommen und Entschuldigung ausgesprochen.
  • hoch motiviertes Lehrpersonal – welches sich mit sehr viel Professionalität und Empathie als Coaches für die Kinder engagiert.

Was der Schulleiter Damian Gsponer zu seiner Schule zu sagen hat, ist in folgendem Interview des Walliser Bote (WB) vom 19.4.2019 zu lesen.

«Wenn der Wettbewerb spielt, ist das für das Schulwesen gut»

Hier der Link zur Webseite der gd-Schule

Hilfe für Sabongo

Und wieder trifft am Sonntag eine Meldung aus Afrika ein.

Diesmal jedoch mit einer guter Nachricht und Fotos, welche mich sehr erfreuen!

Und diesmal erhielt ich die Fotos über WhatsApp von einem Missionarsehepaar, bei welchem ich vor einem Jahr beim Besuch in Bangui zu Gast sein durfte.

Nachdem sie vom Buschfeuer in Sabongo gehört hatten, organisierten sie spontan eine Kleiderspendenaktion und stellten Kleider zur Verfügung, welche früher zusammen mit gebrauchten Computern in einem Container nach Zentralafrika geschickt wurden.

In all der Tristesse ist dies ein schöner Farbtupfer und die Leute sind sehr dankbar für diese Hilfe.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

So bin ich sehr berührt von der Anteilnahme und auch den spontanen Spenden für den Wiederaufbau, welche nach dem letzten Blogbeitrag eingegangen sind.

Diese Hilfe zeigt den Menschen in Sabango, dass sie nicht alleine sind und jemand an sie denkt. Wenn sie ans Werk gehen, um einmal mehr eine neue Existenz aufzubauen, wissen sie, sie sind nicht alleine.

Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: „Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dich gespeist, oder durstig, und haben dir zu trinken gegeben? Wann haben wir dich als Fremdling gesehen und haben dich beherbergt, oder ohne Kleidung, und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich krank gesehen oder im Gefängnis, und sind zu dir gekommen“?

Und der König wird ihnen antworten und sagen: „Wahrlich, ich sage euch: Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder (Schwestern und Kinder) getan habt, das habt ihr mir getan“!

Matthäus 25:37-40
https://my.bible.com/bible/157/MAT.25.37-40

Auch noch das Buschfeuer…

Es ist unfassbar, was für Bilder ich am Sonntagmorgen über Messenger aus Bangui erhalten habe.

Als ob Not und Elend nicht schon gross genug wären. Das Buschfeuer hat mehrere Häuser in Sabongo vollständig zerstört – auch das Haus von Jean.

Das sind Bilder, die mir sehr tief gehen!

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
So sah sein Haus vor einem Jahr aus, als ich ihn besuchte

Damals begann Jean in Sabongo eine neue Existenz aufzubauen, nachdem er mit seiner Frau und den vier Kindern vor dem Krieg im Landesinnern flüchten musste.

In seinem Haus fehlten noch Türen und Fenster, jedoch in seinem Garten hatte er schon Maniok und Ananas angebaut, welche er auf dem Markt in Bangui verkaufen konnte.

Mit Palmwedeln und etwas Wasser hat man offensichtlich versucht dem Feuer Herr zu werden, aber in der Trockenzeit ist dies ein hoffnungsloses Unterfangen.

Von November bis März gibt es in Zentralafrika praktisch keine Niederschläge, so dass das ganze Land austrocknet. Da reicht ein kleiner Funke, welcher das staubtrockene Buschgras in Brand setzen kann und ein riesiges Flammenmeer frisst sich durch die Baum- und Grassavanne.

Der Kampf gegen das Buschfeuer war denn auch in unserer damaligen Projektarbeit eines der wichtigsten Anliegen. Besonders, weil die Leute das Feuer mit Absicht legten, damit sie einfacher zum Kleingetier kamen, welches sich vor dem Feuer im Boden verkroch und auch weil sie damit ihre Feldarbeit vereinfachen konnten.

Auch die Mbororos, die Nomaden, brennen die Savanne systematisch ab, damit ihre Kühe im April, zu Beginn der Regenzeit, frisches Gras fressen können.

Dass damit aber die Bodenfruchtbarkeit verloren geht und das organische Material – der Rohstoff für Kompost, Gründüngung und Bodenbedeckung zerstört wird, war unser Hauptthema bei unseren jährlichen Sensibilisierungskampagnen.

So tourten wir mit einer Filmausrüstung und unserem Film „Halte aux feux de brousse“ immer wieder durch die ganze Region und zeigten ihnen wie sie ihre Häuser und Felder vor dem Feuer schützen und mit dem organischen Material die Bodenfruchtbarkeit verbessern konnten. Hier ist eine Miniversion dieses Filmes auf Sango, Dauer ca. 4 Min.

Es gab viele unserer Kursteilnehmer, welche diese Techniken anwendeten und damit Erfolg hatten.

Aber immer wieder gab es auch Situationen, wo das Feuer trotzdem einbrach und alles zerstörte. Oft war die Trockenheit und das Feuer einfach zu gross, so dass die Kräfte nicht mehr reichten.

Meine Gedanken sind bei diesen Betroffenen in Sabongo und natürlich bei Jean und seiner Familie.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Jean Takata zusammen mit seiner Frau und seinen vier Kindern. Rechts sitzend Jean De Dieu Kolipou, der Projektleiter in Sabongo.

Er ist für mich ein grosses Beispiel von Demut und Hoffnung, welcher mit seiner Einstellung vielen Menschen geholfen hat, welche auch als Flüchtlinge in Sabongo gestrandet sind.

So werde ich ihm auf jeden Fall bei nächster Gelegenheit meine Unterstützung zum Wiederaufbau zukommen lassen.

Ihm zu Ehre habe ich vor einem Jahr den Blogbeitrag „I have a Dream“ geschrieben.

Ich bete viel für ihn – und hoffe, dass er die Hoffnung nicht verliert.

EIOH – Earth In Our Hands

Wir setzen uns mit der Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit und dem Klimawandel auseinander.

Foto Greta Thunberg

Wir reden über das Phänomen Greta Thunberg und haben unsere Antwort auf ihr Anliegen: „EIOOOOOH!“ (die 5 „O“ stehen für Matteo, Lena, Noah, Julia und Elena)

EIOH steht für: „Earth In Our Hands“ – „Erde, oder die Erde in unserer Hand“

JA! wir kennen  die Gefahren, welche unsere Lebensgrundlage bedrohen. Wir kennen unseren Platz im Ökosystem  und wollen unsere Verantwortung wahr nehmen, indem wir die Natur schützen und erhalten.

  • Und JA! Ganz konkret erhalten, ja verbessern wir mit unserem Projekt die Bodenfruchtbarkeit und gehen bewusst und nachhaltig mit den natürlichen Ressourcen um. 
  • Wir wollen uns das hierfür notwendige Wissen im schuleigenen Biogarten aneignen und unsere Erfahrungen an andere Schüler und Schülerinnen weitergeben!

Dies ist das Statement, das wir anlässlich der Einweihung des Projektnamens abgaben.


Im Januar dieses Jahren haben wir in der gd-Schule in Bratsch im Wallis im Auftrag und mit Unterstützung des Naturpark Pfyn-Finges und damit mit dem BAFU (Bundesamt für Umwelt) ein Agrarprojekt gestartet.

So wurde ich beauftragt, als Agraringenieur und Freelancer eine handverlesene Gruppe von Schülerinnen und Schüler im Alter von 10 bis 14 Jahren in biologisch- ökologischem Gartenbau heranzubilden.

Hierzu erfolgt eine fundierte Schulung in den Grundkenntnissen der Natur mit ihren Kreisläufen und dem Wechselspiel zwischen den Pflanzen und den Elementen Boden, Wasser, Luft und Licht.

Spannend ist dann vor allem zu erkennen, welche Rolle wir Menschen in diesen Kreisläufen einnehmen.

Das wichtigste Element – dies war auch schon im Agroforestry Projekt in Afrika so – ist die Erhaltung, ja sogar die Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit im schuleigenen Garten in Bratsch und bei den Kids bei sich zu Hause.


Die Lektionen und Lehrmittel, welche ich auf der Webplattform HAZU bereitstelle, dienen den Kindern als gemeinsamer, interaktiver Arbeitsplatz.

Anlässlich des HAZU-Meetup im BioArk in Visp hatte ich Gelegenheit diese Arbeit einem interessierten Publikum vorzustellen.

Hazu Meetup BioArk Visp

Was ist Agroforestry?

Die Kombination von Landwirtschaft und Forstwirtschaft ergibt die Agroforstwirtschaft (Agroforestry eng).

Diese Kombination bietet viele Synergien bei der Produktion von Nahrungsmitteln, Früchten und Holz, welche für die Ernährung und die Existenzsicherung in Zentralafrika sehr wichtig sind.

Auf dem Titelbild wurden in einem extensiv (9×9 m) bepflanzten Wald von Gmellina (Weissholz) die Kulturen Reis und Mais angepflanzt.

In diesem Beitrag möchte ich euch, liebe Blogleser und Leserinnen, einmal erklären, was Agroferestry eigentlich ist.


Hier zeige ich euch an Hand von Bildern die Vorteile, welche die Bäume bringen, welche wir in den Garten- und Ackerbau integrieren.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Hier wurden Bäume gepflanzt als Lieferanten von Brennholz…
DSC02270
… welches für die tägliche Zubereitung der Nahrung gebraucht wird.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Eine Intensivplantage, 3×3 m gepflanzt ergibt hohe und gerade Bäume…
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
… welche zu Brettern zersägt…
Elim1 013
… und dann zu Tischen, Stühle usw. fabriziert werden.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Obstgärten werden gepflanzt …
cultivation Mango
… um gesunde und vitaminreiche Früchte ernten zu können – hier Mangos …
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
… und auch, um Blätter, Rinde und Wurzeln zu medizinischen Zwecken zu pflücken.
cropped-dbt60151.jpg
Wälder und Pflanzungen liefern viel organisches Material für Kompost und Bodenbedeckung…
IMGP1805
… sie geben Schatten …
IMG_20170906_163437_0
… und schützen vor Wind und Wetter …
IMGP0031
… oder sind als Ornamentpflanzen einfach nur schön zum Ansehen !

Auf dem Bild unten sieht man eine Kombination von Ackerbau und Baumwirtschaft rund um- und innerhalb der Felder, wie wir sie damals in Alindao auf unseren Demonstrationsfeldern den Kursteilnehmern zeigten.

Ubersicht Rotationssystem
Zum Vergrössern aufs Bild klicken
AGFBAND2 (2)
Hier ein Schnitt durch ein solches Agroforestry-Band rund um Felder und Dörfer

Kommt dann zusätzlich noch die Kleintierhaltung hinzu, sprechen wir von einem integrierten System, welches als Zentrum die Sicherung der Existenzgrundlage einer afrikanischen Familie (Sippe) oder einem Dorf hat.

Système intégré


-> wenn du mehr über dieses Thema wissen möchtest : AGROFORESTERIE

-> oder über das Thema Garten- und Ackerbau: YAKA

-> Überblick über alle unsere Techniken: LES TECHNIQUES – NAVIGATION

Licht im Dunkel

Oder wie Kerzlein im rauen Wind.

So flackern zur Zeit unsere Lichtträger im Schutz der Gemeinschaft in Sabongo, unserem Projekt-Dorf nahe bei Bangui, der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik.

Dorthin hat es sie nämlich auf der Flucht vor den Gewaltausbrüchen und Gräueltaten im Landesinnern verschlagen.

In Alindao, der Stadt, wo wir vor 30 Jahren mit unserer Projektarbeit begannen, wütet ein mächtiger Sturm der Gewalt, welcher einen Flächenbrand von Verwüstung, Mord und Todschlag angefacht hat – wie zu seiner Zeit die Buschfeuer, welche ganze Landstriche Afrikas verwüsteten (siehe die Berichte von RFI Radio France Internationale über die aktuellen Geschehnisse in Alindao).

Auf dem Titelbild halten die Teilnehmer des dritten Kurses die Scripts hoch. Ihre Gesichter sind jedoch betrübt und bedrückt.

Immer mehr Flüchtlinge treffen in Sabongo ein und werden von unseren Freunden herzlich empfangen und betreut. Sie erhalten direkte Hilfe und fürs Erste ein Dach über den Kopf.

Dann wird ihnen ein Stück Land zugeteilt. Hier können sie ihre Nahrung selber anpflanzen. Dabei werden sie von unseren Freunden unterstützt, erhalten junge Bäumchen, die sie in der Baumschule gezogen haben. Auf diese Weise profitieren sie von den Erfahrungen, die unsere Kursteilnehmer während der Kurse gemacht haben.

Jean De Dieu und seine Frau Odette betreuen sie zusammen mit den anderen ortsansässigen Dorfanimateuren in diesem Prozess und leisten dadurch eine wichtige Friedens- und Aufbauarbeit.

Sie sind wie Lichter in dieser tiefschwarzen Finsternis, die zur Zeit in Zentralafrika herrscht. Durch den immensen Druck und die grosse Unsicherheit, sind sie jedoch gefährdet – wie Kerzen im Wind, die jederzeit ausgelöscht werden könnten.

So sind sie sehr Dankbar für jeden Kontakt und Unterstützung von aussen. Nur schon zu wissen, dass jemand an sie denkt und für sie betet, hilft ihnen enorm und ermutigt sie, weiter zu machen.

Die seltenen Gespräche mit Jean De Dieu über Messenger, sind immer sehr berührend. So konnte ich ihm nun, nach Erhalt der wichtigen Rapporte, Fotos und Abrechnungen, meine weitere Unterstützung zusagen.

Wir schmiedeten Pläne fürs nächste Jahr und ich habe ihm versprochen eine weitere Sammlung für die Finanzierung der Projektarbeit zu starten.

Wenn sich nun jemand von euch angesprochen fühlt, sich an diesem Projekt zu beteiligen, kann er/sie dies mit einer kleinen Spende tun.

Ich möchte, dass wir für unsere Freunde in der RCA eine Ermutigung sind. Dass die Hoffnung bleibt, welche wie ein Sturmglas über ihren brennenden Kerzen sitzt. Lichter, welche zwar klein sind, aber weit in der Dunkelheit sichtbar sind.

Eine besinnliche Adventszeit und ein herzliches Vergelt’sGott

Euer Toni

Endlich gute Nachrichten!

Endlich, endlich sind die Abrechnungen und Rapporte der Projektarbeit eingetroffen.

Die eingereichten Unterlagen und auch die neusten Berichte und Fotos von Besuchern bestätigen, was mir Jean De Dieu eigentlich immer wieder am Telefon über Messenger berichtet hat. Die Arbeit läuft gut – trotz der erheblichen Schwierigkeiten mit denen unsere Mitarbeiter in Bangui zu kämpfen haben.

Titelbild: Kursteilnehmerinnen in der Baumschule von Sabongo.

Das Schulungsprogramm (3 Kurse) und die anschliessenden Besuche bei den Kursteilnehmern zu Hause konnten wie geplant und budgetiert durchgeführt werden.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Die ganze Equipe von Sabongo. Die Moniteure, Dorfanimateure und die neue Basisgruppe von Sabongo – inklusive Baminga (Pygmäen). Wie immer – maboko na maboko – Hand in Hand

Wir haben nun das nächste Jahr geplant und budgetiert. Für 2019 ist mit dieser ersten Basisgruppe ein abschliessender Kurs vorgesehen. Die Kursteilnehmer werden dann im Verlaufe des Jahres weiter durch Jean De Dieu besucht und intensiv betreut.

Ende Jahr werden dann, nach einer Evaluation, diejenigen Kursteilnehmer ein Diplom erhalten, welche das Gelernte erfolgreich angewendet haben – gleich, wie damals im CFAE-Programm.

Im darauffolgenden Jahr 2020 werden sie dann zu Dorfanimateuren weitergebildet, damit sie ihr Wissen an ihr Umfeld bei sich zu Hause an Hand von Dorfkursen weitergeben können.

Das gesamte Budget für 2019 beläuft sich auf ca. CHF 5’500.- Hier ist der Start einer zweiten Basisgruppe im Zentrum von Bangui mit einberechnet.

45762729_379667592573929_275842182936526848_n[1]
Dankbar für die Hilfe und – genug zu Essen zu haben
Möchtest du mithelfen? Mit einer Spende hast du Anteil am Erfolg unseres Projektes in Bangui. Unsere Freunde dort wissen dies sehr zu schätzen – ein herzliches Merci mingi!

In diesem Fall kannst du mir eine E-Mail auf toni.rcahelp@bluewin.ch schicken. Ich werde dir dann die notwendigen Informationen zukommen lassen.


Hinweis: die grün eingefärbten Textteile sind Links. Mit Klick auf diese kommst du auf die bezeichnete Seite.

Menschlichkeitswandel

Auf dem Titelbild sieht man meine Freunde in Kongo Bazanga, einem Dorf nahe Alindao, damals 2004. Wo sind diese Menschen geblieben?

Und wo ist diese Familie in Elim geblieben? (Foto gelöscht) Sind sie überhaupt noch am Leben? Oder wurden auch sie gezwungen als Kindersoldaten zu kämpfen?

(Foto gelöscht, weil ich gehört habe, dass eine Frau, die auf diesem Foto abgebildet war ermordet wurde, als sie auf dem Weg zu ihrem Garten war. Sie war im sechsten Monat schwanger)

Ich habe keine Ahnung, wie es unseren Freunden geht? Meine Gedanken beginnen zu kreisen und schweifen ab. Ich kann nicht schlafen und beginne zu schreiben…


Alles spricht vom Klimawandel und dass die Erde bzw. die Menschen, die darauf leben in Gefahr sind.

Aber ist es nicht in Wirklichkeit der Menschlichkeitswandel, welcher die Menschheit bedroht? Wenn es so weitergeht, wird dieser den Klimawandel noch überholen.


Ich frage mich: warum ist hier Frieden nicht möglich? Gibt es eine «hidden agenda» für Afrika – eine versteckte Agenda? Gibt es Mächte, welche an einer instabilen Lage des Landes interessiert sind? Ja, ganz offensichtlich!

Vor allem die Kriegsherren, aber auch östlichen Grossmächte, welche in Afrika zwar grosse Infrastrukturprojekte verwirklichen, jedoch anderseits sich weite Ländereien aneignen und ungehindert die reichen Bodenschätze abbauen bzw. ausrauben, ohne irgendwelche humanitäre Regeln oder arbeitsrechtliche Vorschriften einhalten zu müssen.

Es gibt offensichtlich einflussreiche Führungspersönlichkeiten, welche durch ihre Untätigkeit für sich persönliche Vorteile erarbeitet haben.

Weshalb ist es sonst unmöglich, die verschiedenen Rebellengruppen in der RCA durch die, im Lande stationierten UNO-Truppen in Schach zu halten? Wieso ist es nicht möglich, endlich die vielen Rebellenführer und Kriegsherren dingfest zu machen und vor ein Gericht zu bringen, wo sie für ihre Gräueltaten zur Rechenschaft gezogen werden?

Im Gegenteil, in Khartum, der Sudanesischen Hauptstadt wurde 2019 ein sogenannter Friedensvertrag ausgehandelt, bei dem diese Kriegsherren nicht etwa verfolgt und verhaftet werden sollen, sondern neu als beratende Funktionäre der Regierung tätig sind, oder sogar als Minister eingesetzt wurden.


Problematisch ist es auch für die muslimisch-animistischen Fulani Tierhalter, welche vom so genannten Midle Belt her ins Zentrum von Afrika vorstossen. Sie werden getrieben vom Sahel, welcher bedingt durch den Klimawandel immer weniger Nahrung für die Menschen und Futter für die Tiere hergibt.

Jahrzehnte lang haben wir auch diesen Menschen, welche zu uns in die RCA gekommen sind durch die Projektarbeit geholfen, ihre Lebensgrundlage zu verbessern.

mbororos-gruppenbild.jpg.jpeg
Eine der Mbororo-Basisgruppen hat das CFAE-Diplom erhalten. Sie sind nun Dorfanimateure

Sie haben sich gut im Lande integriert und sind nun auch massiv unter Druck geraten. Einerseits durch die Söldner aus dem Norden, welche sie als Verräter sehen und anderseits durch die einheimischen Widerstandskämpfer, welche sie als die Brüder ihrer Feinde sehen. Ihnen wurden die Herden gestohlen, so dass viele von ihnen akut vom Hungertod bedroht sind.

Es sind vor allem fremde Söldner, welche aus dem Norden und Osten kommen. Sie dringen  ins Land ein und vertreiben die einheimische Bevölkerung.

Gemäss Bericht von Open Doors hat sich die Zentralafrikanische Republik bei den 50 Ländern, wo Christen verfolgt werden von Platz 35 im letzten Jahr, dieses Jahr 2019 auf Platz 21 verschlechtert.

Fakt ist, dass in Alindao, unserer Projektstadt im östlichen Zentrum des Landes, wo die Bewohner vertrieben wurden – auch heute noch, trotz Friedensabkommen – immer noch fremde Menschen in ihren Häusern wohnen. Sie kennen die einheimische Sprache Sango nicht.

Diejenigen Einheimischen, welche zurückgeblieben sind, leben sehr gefährlich in zwei Flüchtlingslagern und werden von Uno-Blauhelmen beschützt und versorgt. Sie dürfen sich weder in der Stadt frei bewegen, noch ihre Felder bestellen.

Anfangs dieses Jahres wurde einer unserer treusten Mitarbeiter, Maturin in einem Hinterhalt in der Nähe unserer ehemaligen Projektstation ermordet.

cropped-ctba-alindao.jpg
Projektstation Alindao im Jahre 1997

Der letzte Bericht über unsere Projektstation Alindao ist niederschmetternd – es waren nur wenige Worte: ausgeraubt, verlassen, komplett zerstört!

Und Fakt ist auch, dass der Anteil an muslimischen Einwanderern stetig steigt. Auffallend ist hier die Steigerung von 5 auf 13% in nur zehn Jahren.

Die religiösen Führer des Landes, der Kardinal der Katholiken, Der Leiter der protestantischen, freikirchlichen Bewegung und der Imam der Muslime, bemühen sich sehr um Frieden und Versöhnung. Dies scheint mit der einheimischen, mehrheitlich christlichen Bevölkerung eigentlich möglich.

Aber trotz aller Bemühungen und Friedensverträge hören die Konflikte nicht wirklich auf. Diejenigen, die den Frieden wollen sind schon längstens geflüchtet – als erstes in den Busch, wo sie von Gras und Blättern leben müssen und dann weiter.

Gemäss Bericht von UNHCR sind 2019 immer noch 1.2 Millionen Flüchtlingen auf der Flucht. Sie sind entweder ins nahe Ausland geflohen, oder mussten sich im Landesinnern in Sicherheit bringen, genauso, wie unsere Freunde in Sabongo.

Obwohl es sich hier um eine grosse humanitäre Katastrophe handelt, gibt es in den westlichen Medien kaum jemand, der über diese himmelschreiende Not berichtet.

So möchte ich in diesem Blog und in den folgenden Fotostories diesen «vergessenen» Menschen eine Stimme und ein Gesicht geben. Liebe Freunde in Zentralafrika, ihr seid nicht vergessen!


Links zu Fotostories: Dorfleben und: Rising Sun in Africa


Was ich sicher weiss ist, auch wenn ich sehr wenig von ihnen höre, dass unsere Freunde und Projektmitarbeiter in Sabongo weiterhin dran sind, sich eine neue Lebensgrundlage zu schaffen und denjenigen helfen, welche auch auf ihrer Flucht bei ihnen eingetroffen sind.

JdD in Garten
Jean De Dieu unterrichtet in Kursen, wie die Flüchtlinge sich selber genügend gesunde Nahrungsmittel anbauen können

Und die Moral der Geschichte?

Um den Klimawandel aufzuhalten, gibt es viele Vorschläge und Rezepte. Was tun jedoch, um dem Menschlichkeitswandel entgegenzuwirken?

Was tun, wenn es auf der Welt immer mehr „Gegeneinander“ als „Miteinander“ gibt?

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Die ganze Equipe von Sabongo. Die Moniteure, Dorfanimateure und die neue Basisgruppe von Sabongo – inklusive Baminga (Pygmäen)

Ja, genau unsere Freunde in Sabongo leben dies:

kode na beoko – Wissen und Gemeinschaft – maboko na maboko – Hand in Hand

Sie schöpfen Kraft und Hoffnung aus ihrem Glauben an Jesus Christus und werden von seinem Evangelium inspiriert, durch Vergebung und Versöhnung den Teufelskreis von Gewalt und Rache zu durchbrechen.

So gibt es zum Glück doch ein Mittel zum Guten beim Menschlichkeitswandel!