Auch noch das Buschfeuer…

Es ist unfassbar, was für Bilder ich am Sonntagmorgen über Messenger aus Bangui erhalten habe.

Als ob Not und Elend nicht schon gross genug wären. Das Buschfeuer hat mehrere Häuser in Sabongo vollständig zerstört – auch das Haus von Jean.

Das sind Bilder, die mir sehr tief gehen!

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So sah sein Haus vor einem Jahr aus, als ich ihn besuchte

Damals begann Jean in Sabongo eine neue Existenz aufzubauen, nachdem er mit seiner Frau und den vier Kindern vor dem Krieg im Landesinnern flüchten musste.

In seinem Haus fehlten noch Türen und Fenster, jedoch in seinem Garten hatte er schon Maniok und Ananas angebaut, welche er auf dem Markt in Bangui verkaufen konnte.

Mit Palmwedeln und etwas Wasser hat man offensichtlich versucht dem Feuer Herr zu werden, aber in der Trockenzeit ist dies ein hoffnungsloses Unterfangen.

Von November bis März gibt es in Zentralafrika praktisch keine Niederschläge, so dass das ganze Land austrocknet. Da reicht ein kleiner Funke, welcher das staubtrockene Buschgras in Brand setzen kann und ein riesiges Flammenmeer frisst sich durch die Baum- und Grassavanne.

Der Kampf gegen das Buschfeuer war denn auch in unserer damaligen Projektarbeit eines der wichtigsten Anliegen. Besonders, weil die Leute das Feuer mit Absicht legten, damit sie einfacher zum Kleingetier kamen, welches sich vor dem Feuer im Boden verkroch und auch weil sie damit ihre Feldarbeit vereinfachen konnten.

Auch die Mbororos, die Nomaden, brennen die Savanne systematisch ab, damit ihre Kühe im April, zu Beginn der Regenzeit, frisches Gras fressen können.

Dass damit aber die Bodenfruchtbarkeit verloren geht und das organische Material – der Rohstoff für Kompost, Gründüngung und Bodenbedeckung zerstört wird, war unser Hauptthema bei unseren jährlichen Sensibilisierungskampagnen.

So tourten wir mit einer Filmausrüstung und unserem Film „Halte aux feux de brousse“ immer wieder durch die ganze Region und zeigten ihnen wie sie ihre Häuser und Felder vor dem Feuer schützen und mit dem organischen Material die Bodenfruchtbarkeit verbessern konnten. Hier ist eine Miniversion dieses Filmes auf Sango, Dauer ca. 4 Min.

Es gab viele unserer Kursteilnehmer, welche diese Techniken anwendeten und damit Erfolg hatten.

Aber immer wieder gab es auch Situationen, wo das Feuer trotzdem einbrach und alles zerstörte. Oft war die Trockenheit und das Feuer einfach zu gross, so dass die Kräfte nicht mehr reichten.

Meine Gedanken sind bei diesen Betroffenen in Sabongo und natürlich bei Jean und seiner Familie.

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Jean Takata zusammen mit seiner Frau und seinen vier Kindern. Rechts sitzend Jean De Dieu Kolipou, der Projektleiter in Sabongo.

Er ist für mich ein grosses Beispiel von Demut und Hoffnung, welcher mit seiner Einstellung vielen Menschen geholfen hat, welche auch als Flüchtlinge in Sabongo gestrandet sind.

So werde ich ihm auf jeden Fall bei nächster Gelegenheit meine Unterstützung zum Wiederaufbau zukommen lassen.

Ihm zu Ehre habe ich vor einem Jahr den Blogbeitrag „I have a Dream“ geschrieben.

Ich bete viel für ihn – und hoffe, dass er die Hoffnung nicht verliert.

2 Comments on “Auch noch das Buschfeuer…

  1. das tut mir auch im Herz weh! Es geht mir wie dir: ich finde keine Worte. Mir kommt da immer nur der Gedanke: das Vetrauen auf Gott nicht aufgeben – aber das ist leicht gesagt in meiner „Luxus-Lebenssituation“. Trotzdem – dafür will ich auch für die Menschen in Sabongo beten.

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