I have a dream

«Ich habe einen Traum! Im Wissen, dass die Welt zu Ende geht, pflanze ich gleichwohl heute einen Fruchtbaum mit der Hoffnung und dem Glauben, dass unsere Kinder eines Tages seine Früchte essen werden».

(Ein Mix von Zitaten von Martin Luther King, Marin Luther, dem Reformator und von Franz von Assisi)

Bäumchen pflanzen

Ich schreibe diesen Artikel zum Gedenken an Martin Luther King (50. Todestag) und die, über eine Million Flüchtlinge in der RCA, welche letztes Jahr gezwungen waren ihr zu Hause und ihre Felder zu verlassen und welche nun eine neue Existenz aufbauen müssen.

Meine Freunde in der RCA habe ich gefunden und besucht. Sie gehören auch zu den Flüchtlingen, welche schon zum zweiten Mal ihr zu Hause und ihre Felder verlassen mussten und nun hier in Sabongo eine neue Existenz aufbauen. Es sind diejenigen, welche nicht den Krieg wollen. Es sind die, welche den Frieden suchen.

Ich zeige euch das eindrückliche Beispiel von Jean Takata. Er musste vor zwei Jahren zusammen mit seiner Frau und seinen 4 Kindern vor den Kämpfen in seiner Region im Zentrum des Landes flüchten. Er fand in Sabongo Unterschlupf. Gleich, wie vielen anderen Flüchtlingen auch, wurde ihm in grosszügiger Weise ein Terrain zur Verfügung gestellt, wo er sein Haus erstellen konnte.

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Jean ist einer von unseren Dorfanimateuren, welcher im Jahre 1995 bei uns das Diplom erhalten hatte. Auch wenn ihm der ganze Besitz geraubt wurde – all das, was er gelernt hatte und im Herzen trägt, konnte ihm niemand weg nehmen.

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Jean De Dieu begutachtet ein junges frisch gepflanztes Mangobäumchen – im Hintergrund drei Moringabäume

Sofort hat er begonnen die erlernten Techniken anzuwenden, pflanzte Bäume, legte eine Ananasplantage an und richtete den Maniok genau wie gelernt in Linien aus.

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Auf diese Weise kann er nicht nur seine sechsköpfige Familie ernähren, sondern verdient auch schon mit dem Verkauf von den Ananasfrüchten auf dem Markt in Bangui etwas Geld.

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Und das braucht er unbedingt, will er sein Haus noch fertig bauen. Er muss noch Türen und Fenster kaufen – eine Küche einrichten.

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Immer wieder, wenn ich dieses Bild anschaue bin ich zu tiefst erschüttert. Ich bin überwältigt von der Bescheidenheit dieser Menschen. Da ist keine Bitterkeit, kein Hass – nur Hoffnung und Zuversicht.

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Jean Takata zusammen mit seiner Frau und seinen vier Kindern. Rechts sitzend Jean De Dieu Kolipou, der Projektleiter in Sabongo.

Jean hat eindeutig den 1. Preis verdient. Jedes Mal, bei meinen RCA-Besuchen, wurde ein Dorfanimateur oder Animateurin, welcher in besonderem Masse unsere Techniken angewendet und verbreitet hat mit einem grosszügigen Preis prämiert.

Jean Takata und einige andere ehemalige Moniteure von unserem Projekt (Samuel und David), welche auch nach Bangui flüchten mussten, werden demnächst zusammen mit Jean De Dieu die Teilnehmer im neuen Kursprogramm unseres Projektes ausbilden. Der erste Kurs YAKA 1 wird in diesen Tagen im April starten.

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Die ganze Equipe von Sabongo. Die Moniteure, Dorfanimateure und die neue Basisgruppe von Sabongo – inklusive Baminga (Pygmäen). Wie immer – maboko na maboko – Hand in Hand. (zum Vergrössern aufs Bild klicken)

Noch viel wichtiger, als das technische Wissen weiterzugeben ist die persönliche Einstellung von Jean. Er kann nur schon durch sein Leben wirkliche Hoffnung und Zuversicht weitergeben.

Das Leben von Jean ist eine Friedens-Message wie die von Martin Luther King – nur ohne Worte!

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