News Ticker

Fortlaufende Aktualitäten Rund um Alindao, Bangui und der RCA


(Update 15.1.2018)

(Update 7.12.2017) Mit Eli, welcher auf dem beschwerlichen Landweg nach Bangui gekommen ist, konnte ich ausführlich via Messenger über die aktuelle Situation reden.

Ja, er bestätigt, dass ein Waffenstillstand zwischen den Rebellengruppen in unserer gesamten Region vereinbart wurde und dass der auch anhalte. Man könne nun ungehindert wieder die grosse Strasse benutzen. Die Rebellen haben sich in ihre Kantonnemente zurückgezogen.

Der höchste General der Autoverteidigungsgruppen sei persönlich im Lande herumgereist und er habe überall, sogar bis Mobaye, diesen Waffenstillstand mit den anderen Rebellengruppen vereinbart. Er habe aber auch betont, dass es für die Kriegsverbrecher keine Amnestie geben werde, sondern, dass sie vor das, eigens hierfür vorgesehene Gericht müssten.

Die Leute in den Flüchtlingslagern beginnen nun wieder in ihre Gärten zu gehen. Diese konnten jedoch in den letzten Monaten nicht unterhalten werden und sind total verwildert, oder wurden sogar zerstört. Wir stehen zu Beginn der viermonatigen Trockenzeit und so wird die Ernährung all dieser Menschen sehr schwierig. Die UNO mit deren angeschlossenen Hilfswerke, Rotes Kreuz und Ärzte ohne Grenzen werden dies wohl weiterhin bewerkstelligt müssen.

Das grössere Problem sind jedoch die Wohnhäuser der Flüchtlinge, welche entweder total zerstört sind, oder welche immer noch von den Leuten der anderen Rebellengruppe «bewohnt» werden.

News aus Bangui: von Jean de Dieu habe ich gute Nachrichten. Er und seine Familie fühlen sich sehr wohl in Sabongo, unserem neuen Projektstandort in Bangui. Sie arbeiten sehr gut mit der einheimischen Bevölkerung zusammen. Auch mit den Pygmäen geht es gut und diese sind sehr offen für die neuen Techniken, welche sie im ersten Pilotkurs lernen konnten. Ich hoffe demnächst dann die ersten Fotos im Blog präsentieren zu können.


(Update 2.-3.12.2017) Von Bangui und unserer Hauptstation im Hinterland hören wir Neuigkeiten, welche uns staunen und träumen lassen. Das wäre ja ein riesiges Wunder, wenn dem dann wirklich so ist.

Es wurde voller Freude mitgeteilt, dass sich in unserer Region alle Rebellengruppen miteinander versöhnt haben. Man habe genug vom Töten und wolle jetzt in Frieden zusammenleben.

Noch vor ein paar Tagen hiess es, dass das ganze östliche Gebiet von Alindao aus von einer Allianz zweier Rebellengruppen erobert werden soll und dass sich alle Dorfbewohner in Sicherheit bringen müssten.

Nun aber, habe man sich eines Besseren besonnen und just auf unserer Hauptstation den Frieden besiegelt. Die Hauptstrassen seien – nach einer fünfmonatigen Sperre – wieder unbehindert befahr- und begehbar.

Da wird einem schwindelig. Noch vor wenigen Monaten überstürzten sich die Meldungen über Gräueltaten, niedergebrannten Quartieren und besetzten Häusern. Da hoffen wir natürlich, dass jetzt die Flüchtlingslager überflüssig werden und die Leute wieder nach Hause und in ihre Gärten können.

Einige brennende Fragen drängen sich aber trotz dem Friedenswillen auf.

  • Wird die Regierung mit dem Préfet und Sous-Préfet bzw. mit den gewählten Débutés ihre Autorität und Funktion einnehmen können?
  • Wer übernimmt die polizeiliche und juristische Gewalt?
  • Was passiert mit den Schändern und Mördern? Werden die Kriegsverbrecher vor ein Gericht gestellt?
  • Erhalten die Geschädigten eine Entschädigung?
  • Werden die Menschen nun nicht mehr von den Rebellen ausgebeutet und drangsaliert?
  • Hoffentlich handelt es sich nicht nur um ein Arrengement zwischen den Kriegsherren, welche nun Angst vor der angekündigten Aufstockung der UNO-Truppen haben und sich die Pfründe untereinander aufteilen?

Wenn’s denn aber wirklich so ist, dass ein Frieden mit Versöhung und Gerechtigkeit wahr wird – was wir ja alle sehnlichst hoffen – würden sich wieder viele Chancen für unser Versöhnungs- und Friedensprojekt ergeben.

  • Unsere Projektaktivitäten könnten grundsätzlich wieder gestartet werden – wir erinnern uns an die, damals geplanten Berufsschulen usw…
  • Wir könnten mit unserer Projektarbeit wieder ein Bindeglied zwischen den ehemals verfeindeten Stämmen sein.
  • Im neuen Projekt in Bangui hätten wir nun einen Ableger, wo wir auch die Menschen dort (inkl. Pygmäen) erreichen können. Die Webseite auf SANGO und FRANZÖSISCH mit all unseren CFAE-Techniken ist auf gutem Wege, am 1.1.2018 online zu gehen.

Ihr seht – wir sind wie Träumende – und hoffen und beten, dass unsere Träume wirklich und wahr werden und  – dass die offenen Fragen eine Antwort finden.


(Update 30.11.2017) Der angekündigte Eroberungsfeldzug zweier alliierter Rebellengruppen von Alindao aus in den Osten hat sich nun zum Glück nicht bewahrheitet. Offensichtlich handelt es sich hier wieder einmal um eines der vielen Gerüchte, welche landauf, landab kursieren und die Menschen immer wieder in Panik zu versetzen sucht.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: