News Ticker

Aktuelles rund um Alindao, Bangui und der RCA – was damals geschah und wie es heute aussieht.


Nach langer Zeit möchte ich nun den News Ticker wieder aktivieren um die Geschehnisse rund um Alindao und der Zentralafrikanischen Republik aufschreiben und publizieren.

(Update 1.7.2021) Es verschiedene Medienberichte ganz konkret, was in Alindao und auch in Bambari im Moment geschieht.

In den letzten Wochen wurden die Rebellen, welche einen grossen Teil des östlichen Gebietes der RCA über die letzten Jahre besetzt hielten von den UNO Truppen aus Alindao vertrieben.

Sie griffen nun die Versorgungsrouten an und überfielen viele Konvois, welche Menschen und Güter transportierten.

Nun kehrten diese Rebellen wieder nach Alindao zurück und nahmen die ganze Stadt ein. Kurz darauf wurden sie aber wieder von der Zentralafrikanischen Armee, unterstützt von russischen Söldnern aus der Stadt vertrieben. Wer hier am meisten leidet, sind wieder einmal die einheimische Bevölkerung.

Hier ein Bericht von „Ndeke Luka“ RCA: situation sécuritaire encore confuse à Alindao – Radio Ndeke Luka

Bericht „Ndeke Luka“ vom 2.7.2021 https://www.radiondekeluka.org/actualites/securite/37128-rca-situation-securitaire-encore-confuse-a-alindao.html

Hier ein Bericht der „Neuen Zürcher Zeitung“ NZZ über den Einfluss der Russen in der RCA Russland übernimmt Zentralafrika

(Update 15.1.2018) Jean De Dieu ist sehr erfreut über die neuen Möglichkeiten, die wir in Bangui mit unserem Projekt haben.

Es gibt inzwischen auch Kontakte zu anderen Projekten, wie z.B. einem Moringaprojekt. Von einer Frau, welche für dieses Projekt arbeitet, hat er Saatgut erhalten und die ersten Moringabäumchen sind schon ausgekeimt. Sie ist auch sehr bereit, mit uns zusammenzuarbeiten.

Die Kontakte in Sabongo zu den Pygmäen und zur Dorfbevölkerung sind sehr gut. Es besteht eine grosse Hoffnung und Vorfreude auf den Start des Ausbildungsprogramms dann bei meinem Besuch.

Ja, die Freude ist auch auf meiner Seite gross. Ich freue mich sehr, endlich im März all diese Menschen besuchen zu können.

Es ist auch eine Recyclage geplant mit all den Dorfanimateuren aus unserer Region Alindao, welche in Bangui gestrandet sind. Die Frage wird dann sein: was gibt es für Möglichkeiten in Bangui unsere Techniken weiterzugeben?

Es wird dann auch einen Einführungskurs in unsere Webseite geben. Wie ist das Handling dieser Webseite. Wie kann man sie optimal nutzen und unsere Scripts und unser Know how herunterladen bzw. weitergeben?

Es gibt inzwischen sehr viele Leute, welche Handy und Internet nutzen. Auch in der RCA kennt man Social Media, wie WhatsApp, Facebook und Messenger. Dies alles wollen wir versuchen optimal zu nutzen.

Wenn Jean De Dieu allerdings von der Situation in der Region Alindao erzählt, wird er sehr traurig.

Der erhoffte, dauerhafte Friede ist weiter weg denn je. Er erzählte mir, dass in Alindao der Stadtpräsident zusammen mit seiner Frau über Nach in seinem Haus von Rebellen ermordet wurde. Man will offensichtlich die Wiederherstellung der staatlichen Institutionen mit allen Mitteln verhindern.

Die Lage sei sehr angespannt und in der Umgebung von Alindao würden wieder viele Häuser angezündet. Auch in anderen Landesteilen (Zentrum, Norden) sind die verschiedensten Rebellengruppen miteinander im Clinch. Es sind wieder einmal die einfachen Dorfbewohner, welche massenhaft auf der Flucht sind und unter menschenunwürdigen Bedingungen überleben müssen.

Auch ich bin sehr traurig, dass so etwas vor unseren Augen geschieht und niemand kümmerts…


(Update 5.1.2018) Das neue Jahr hat kaum begonnen und schon ist ein ansehnlicher Teil des Geldes für unsere Projektarbeit zusammen.

Ganz herzlichen Dank für eure Grosszügigkeit. Damit habt ihr Anteil am Erfolg und am Segen dieses Projektes.

Ich möchte euch von Zeit zu Zeit, neben der Projektarbeit, auch über den aktuellen Stand der eingegangenen Gelder informieren.

Budget 2018


(Update 31.12.2017) Ich wünsche euch allen, liebe Blogleser und Leserinnen ein gutes, gesegnetes und erfolgreiches neues Jahr 2018!

Heute ist es nun soweit! Mein Traum, den ich schon seit Jahren in mir herumtrage ist Wirklichkeit geworden.

Die neue Webseite mit all unseren Techniken und Erfahrungen der letzten 30 Jahre ist online. Ziel ist es, so viele Menschen in Afrika und besonders in der RCA zu erreichen, damit auch sie ihre Ernährungs- und Lebensgrundlage verbessern können.

Hier ist der Link: Agri Bangui – Sabongo YAKA


(Update 30.12.2017)  Hier gebe ich euch die Informationen weiter, die ich eben per Mail von einem RCA-Missionar erhalten habe. Er ist momentan auf Heimaturlaub in der Schweiz.

Der Leiter der einheimischen Bewegung war in den letzten Tagen auf einer Friedensmission in unserer Region um Alindao unterwegs. Er ist in Bangui gestartet und mit dem Auto bis zum Hauptort Mobaye gefahren. Acht Monate lang sei dort kein einziges Auto mehr zu ihnen über die mit Gras zugewachsene Piste gefahren.

Die Reise sei sehr abenteuerlich und herausfordernd gewesen. Er habe mit den verschiedenen Rebellengruppen und deren Führer sprechen können. Auch mit Leitern, Dorfchefs und sogar mit aufmüpfigen Jungen, welche sich den Rebellen angeschlossen haben und ihn zunächst bedroht haben, konnte er sprechen und seine Friedensbotschaft weitergeben.

Es braucht weiterhin sehr viel Gebet, Hoffnung und Glauben, bis unsere Freunde dort zu einem friedlichen und ruhigen Leben zurückkehren können.

Das war denn auch die Bitte dieses Missionars – bleiben wir dran mit unterstützen und beten.


(Update 18.12.2017) Bin ich froh für diese gute Nachricht aus Sabongo-Bangui. An Hand von vielen Fotos, welche ich per Messenger erhalten habe, kann man sehen, wie Jean de Dieu und seine Frau Odette gut in Sabongo aufgenommen sind. Sie fühlen sich offensichtlich sehr wohl.

Mit Hilfe der Dorfleute (u.a. auch mit den Pygmäen) haben sie begonnen, die Felder für die Kurse und vor allem die Baumschule bereit zu stellen (siehe separater Blogbeitrag)

In der Provinz um Alindao gibt es eine gewisse Aufbruchstimmung und neue Hoffnung. Die Menschen dort sehnen sich nach Frieden und möchten in Ruhe ihre Felder bewirtschaften und ihren normalen Tätigkeiten nachgehen.

Aber – wenn man die neusten Berichte aus der Region um Bambari hört, wo ja gerade nicht mal vor zwei Monaten Friedensverträge abgeschlossen wurden und man sich seit zwei Wochen wieder bekämpft, ist die Gefahr gross, dass wegen ein paar Hitzköpfen die ganzen Friedensbemühungen zu Nichte gemacht werden.

Unsere Freunde wollen sich aber diese Chance für Frieden und Versöhnung nicht entgehen lassen. Sie spielen bei all den laufenden Vermittlungs- und Befriedungsbemühungen eine wichtige Rolle.

Hoffen wir, dass sie nicht wieder zwischen die Fronten geraten und Spielball und Bereicherungsobjekt der Kriegsherren werden-bleiben – zusammengepfercht in Flüchtlingslagern…


(Update 9.12.2017) Wie brüchlig diese „Friedensverträge“ zwischen den Rebellengruppen sind, hat sich letzte Woche in Ippy, einer Stadt ca. 100 km nördlich von Alindao gezeigt.

Mitte Oktober wurden hier „Verträge“ zwischen vier, sich bisher bekämpfenden Rebellengruppen unterzeichnet. Zwischenzeitlich gab es untereinander wechselnde Allianzen, um verstärkt gegen die andern antreten zu können. Jetzt wolle man aber in Frieden miteinander leben – wurde proklamiert.

Nun haben sie aber wieder aufeinander geschossen, so dass es viele Tote und Verletzte gab. Die Bevölkerung ist wieder einmal zu den UNO-Truppen geflüchtet und jeder weist die Schuld dem Andern zu.

Ippy liegt an einer wichtigen Wegkreuzung, wo sich vier Hauptstrassen Treffen. Diese Wege zu kontrollieren ist ein einträgliches Geschäft, besonders, wen der Weg zu den unerschöpflichen Goldminen führt.

Somit müssen diese „Friedensschlüsse“ oder Waffenstillstände mit Vorsicht betrachtet werden. So auch der neuste Frieden in unserer Region.

Ja, wir wünschten es, wenn es wirklich einen dauerhaften Frieden gäbe. Aber solange die Kriegsherren das Sagen haben, sich untereinander wechselseitig arrangieren und bekämpfen, sind die Probleme nicht gelöst – im Gegenteil, alles wird nur noch verwirrter und komplizierter.

So hoffen und beten wir weiter auf das Eingreifen höherer Mächte, zu denen natürlich auch die UNO-Blauhelme gehören.


(Update 7.12.2017) Mit einem Mitarbeiter, welcher auf dem beschwerlichen Landweg nach Bangui gekommen ist, konnte ich ausführlich via Messenger über die aktuelle Situation in der Region Alindao reden.

Ja, er bestätigt, dass ein Waffenstillstand zwischen den Rebellengruppen in unserer gesamten Region vereinbart wurde und dass der auch anhalte. Man könne nun ungehindert wieder die grosse Strasse benutzen. Die Rebellen haben sich in ihre Kantonnemente zurückgezogen.

Der höchste General der Autoverteidigungsgruppen sei persönlich im Lande herumgereist und er habe überall, sogar bis Mobaye, diesen Waffenstillstand mit den anderen Rebellengruppen vereinbart. Er habe aber auch betont, dass es für die Kriegsverbrecher keine Amnestie geben werde, sondern, dass sie vor das, eigens hierfür vorgesehene Gericht müssten.

Die Leute in den Flüchtlingslagern beginnen nun wieder in ihre Gärten zu gehen. Diese konnten jedoch in den letzten Monaten nicht unterhalten werden und sind total verwildert, oder wurden sogar zerstört. Wir stehen zu Beginn der viermonatigen Trockenzeit und so wird die Ernährung all dieser Menschen sehr schwierig. Die UNO mit deren angeschlossenen Hilfswerke, Rotes Kreuz und Ärzte ohne Grenzen werden dies wohl weiterhin bewerkstelligt müssen.

Das grössere Problem sind jedoch die Wohnhäuser der Flüchtlinge, welche entweder total zerstört sind, oder welche immer noch von den Leuten der anderen Rebellengruppe «bewohnt» werden.

News aus Bangui: von Jean de Dieu habe ich gute Nachrichten. Er und seine Familie fühlen sich sehr wohl in Sabongo, unserem neuen Projektstandort in Bangui. Sie arbeiten sehr gut mit der einheimischen Bevölkerung zusammen. Auch mit den Pygmäen geht es gut und diese sind sehr offen für die neuen Techniken, welche sie im ersten Pilotkurs lernen konnten. Ich hoffe demnächst dann die ersten Fotos im Blog präsentieren zu können.


(Update 2.-3.12.2017) Von Bangui und unserer Hauptstation im Hinterland hören wir Neuigkeiten, welche uns staunen und träumen lassen. Das wäre ja ein riesiges Wunder, wenn dem dann wirklich so ist.

Es wurde voller Freude mitgeteilt, dass sich in unserer Region alle Rebellengruppen miteinander versöhnt haben. Man habe genug vom Töten und wolle jetzt in Frieden zusammenleben.

Noch vor ein paar Tagen hiess es, dass das ganze östliche Gebiet von Alindao aus von einer Allianz zweier Rebellengruppen erobert werden soll und dass sich alle Dorfbewohner in Sicherheit bringen müssten.

Nun aber, habe man sich eines Besseren besonnen und just auf unserer Hauptstation den Frieden besiegelt. Die Hauptstrassen seien – nach einer fünfmonatigen Sperre – wieder unbehindert befahr- und begehbar.

Da wird einem schwindelig. Noch vor wenigen Monaten überstürzten sich die Meldungen über Gräueltaten, niedergebrannten Quartieren und besetzten Häusern. Da hoffen wir natürlich, dass jetzt die Flüchtlingslager überflüssig werden und die Leute wieder nach Hause und in ihre Gärten können.

Einige brennende Fragen drängen sich aber trotz dem Friedenswillen auf.

  • Wird die Regierung mit dem Préfet und Sous-Préfet bzw. mit den gewählten Débutés ihre Autorität und Funktion einnehmen können?
  • Wer übernimmt die polizeiliche und juristische Gewalt?
  • Was passiert mit den Schändern und Mördern? Werden die Kriegsverbrecher vor ein Gericht gestellt?
  • Erhalten die Geschädigten eine Entschädigung?
  • Werden die Menschen nun nicht mehr von den Rebellen ausgebeutet und drangsaliert?
  • Hoffentlich handelt es sich nicht nur um ein Arrengement zwischen den Kriegsherren, welche nun Angst vor der angekündigten Aufstockung der UNO-Truppen haben und sich die Pfründe untereinander aufteilen?

Wenn’s denn aber wirklich so ist, dass ein Frieden mit Versöhung und Gerechtigkeit wahr wird – was wir ja alle sehnlichst hoffen – würden sich wieder viele Chancen für unser Versöhnungs- und Friedensprojekt ergeben.

  • Unsere Projektaktivitäten könnten grundsätzlich wieder gestartet werden – wir erinnern uns an die, damals geplanten Berufsschulen usw…
  • Wir könnten mit unserer Projektarbeit wieder ein Bindeglied zwischen den ehemals verfeindeten Stämmen sein.
  • Im neuen Projekt in Bangui hätten wir nun einen Ableger, wo wir auch die Menschen dort (inkl. Pygmäen) erreichen können. Die Webseite auf SANGO und FRANZÖSISCH mit all unseren CFAE-Techniken ist auf gutem Wege, am 1.1.2018 online zu gehen.

Ihr seht – wir sind wie Träumende – und hoffen und beten, dass unsere Träume wirklich und wahr werden und  – dass die offenen Fragen eine Antwort finden.


(Update 30.11.2017) Der angekündigte Eroberungsfeldzug zweier alliierter Rebellengruppen von Alindao aus in den Osten hat sich nun zum Glück nicht bewahrheitet. Offensichtlich handelt es sich hier wieder einmal um eines der vielen Gerüchte, welche landauf, landab kursieren und die Menschen immer wieder in Panik zu versetzen sucht.

Ältere Berichte siehe hier

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