Einfach nur schlimm…

Aus Alindao gibt es nur sehr wenige Informationen.

Leider wird bestätigt, dass Mitte Mai eine Rebellengruppe die Stadt Alindao (14.000 Einwohner) einnehmen wollte (befreien wollte), welche seit 3 Jahren in der Hand einer anderen Rebellengruppe ist. Dies ist ihnen nicht gelungen, weil der Aufstand brutal niedergeschlagen wurde.

In Bangassou, einer grossen Stadt im Osten des Landes, wurde praktisch gleichzeitig, wie in Alindao ein UNO-Konvoi überfallen und 6 Blauhelm-Soldaten getötet.

Es haben Kriegshorden von um die 500 Mann die Stadt Bangassou  überfallen und diese komplett eingenommen. Auch die Basis der Uno-Blauhelme wurde mit schwerem Geschütz angegriffen und auch hier ist mit sehr vielen Todesopfer zu rechnen. Man vermutet eine koordinierte Operation im Osten des Landes, wo sich Bangassou und auch Alindao befindet.

In Alindao ist die Bilanz sehr traurig. Laut Berichten vom Roten Kreuz gab es über 130Tote und sehr viele Verletzte. Besonders betroffen sei das Quartier (Paris-Congo) in der Nähe unserer Projektstation. Es seien viele Leute auf unsere Station und auch zur Mission Catholique geflüchtet.

Laut Meldungen vom 12.5.17 wurden zwei Häuser beim Eingang unserer Station geplündert. Das von Jean de Dieu, dem Projektleiter des Landwirtschaftsprojektes und das eines Studenten. Jean de Dieu wurde nun schon zum zweiten Mal ausgeplündert und seines Besitzes beraubt. Auf der Mission Catholique hat man bis an die 9000 Flüchtlinge registriert – viele haben unter freiem Himmel und im Regen übernachtet.

Diese Geschehnisse sind weit weg vom Radar der internationalen Press und finden kaum Beachtung. Für diese Menschen – und zunehmend dem ganze Osten des Landes, welcher unter der Gewaltherrschaft der Rebellen leidet, sind dies jedoch dramatische Schicksalsmomente.

Besonders wenn man die Menschen kennt, die nun vor Ort ausharren müssen, wird einem schon bang ums Herz und man hofft einfach nur das Beste für sie.

Aktuelle Berichte siehe in den neueren Blogbeiträgen.

Hier ist ein Bild von Zidoro (rechts), welcher bei diesen Geschehnissen zusammen mit seinem Sohn Geoffrey (nicht auf diesem Bild) ums Leben gekommen ist. Zidoro war ein ehemaliger Moniteur im Blinden- und Landwirtschaftsprojekt und ist mit einem seiner Söhne Mbiki Mbangou (links im Bild) Ende Januar dieses Jahres zu unseren Visionstagen in Alindao gekommen.

Zidoro wird mit seiner verbindenden und fröhlichen Art immer in meiner Erinnerung bleiben. Mit diesem Bild drücke ich seiner Familie meine Trauer und mein herzliches Beileid aus.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Zidoro (45) Monteur CRAE mit Mbiki Mbangou (28)

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